ABGEORDNETENHAUSWAHL 2026: Perspektiven für ein zukunftsfähiges Berliner Handwerk.Think Small First

Unsere Forderung: Gesetzgebung konsequent an der Realität kleiner Betriebe ausrichten | Verfahren vereinfachen, digitalisieren und beschleunigen | Bürokratielasten evaluieren und dauerhaft abbauen

Verena Brüning

1. Gesetzgebung konsequent an der Realität kleiner Betriebe ausrichten

Berlin lebt von seinen kleinen und mittleren Betrieben. Sie sind das Rückgrat der Berliner Wirtschaft und sichern Ausbildung, Beschäftigung und Versorgung in der Stadt. Damit sie diese Rolle erfüllen können, müssen Wirtschaftspolitik und Gesetzgebung die begrenzten personellen und zeitlichen Ressourcen dieser Betriebe berücksichtigen.

Bislang orientieren sich gesetzliche Vorgaben jedoch häufig an großbetrieblichen Strukturen. Für Handwerks- und KMU-Betriebe führt das zu unverhältnismäßigem Aufwand und einer Bürokratie, die im betrieblichen Alltag kaum zu  bewältigen ist. Komplexe Dokumentationspflichten, detaillierte Nachweisvorgaben und die Übererfüllung von EU- und Bundesregelungen auf Landesebene binden wertvolle Kapazitäten, die für Aufträge, Ausbildung und Innovation fehlen.

 

Unsere Forderung:

Die Landesgesetzgebung muss konsequent am Alltag kleiner und mittelgroßer Betriebe ausgerichtet werden. Neue Regelungen müssen praxistauglich, verhältnismäßig und notwendig sein. Daher ist ein verbindlicher KMU-Check bei allen relevanten Gesetzes- und Verordnungsentwürfen anzuwenden. Eine Übererfüllung von EU- und Bundesregelungen auf Landesebene ist konsequent zu vermeiden. 



2. Verfahren vereinfachen, digitalisieren und beschleunigen

Das Handwerk ist eine tragende Säule der Berliner Stadtgesellschaft: Es sorgt täglich dafür, dass Wohnungen saniert werden, Infrastruktur instand gehalten und die Energiewende praktisch umgesetzt wird. Gerade kleine Betriebe stemmen diese Aufgaben mit sehr begrenzten personellen Ressourcen.

Viele Förder-, Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren sind für kleine Betriebe unnötig kompliziert und kosten unverhältnismäßig viel Zeit. Anträge werden häufig abends nach Betriebsschluss, am Wochenende oder zwischen zwei Aufträgen erledigt – meist ohne juristische oder administrative Unterstützung. Medienbrüche, Mehrfachabfragen identischer Daten und unklare Zuständigkeiten erschweren Abläufe zusätzlich. In der Vergabepraxis zeigt sich das  besonders deutlich: Viele kleine Handwerksbetriebe nehmen an öffentlichen Ausschreibungen gar nicht erst teil, weil die Verfahren zu kompliziert sind und umfangreiche Nachweise erfordern.

All diese bürokratischen Hürden binden wertvolle Ressourcen und führen dazu, dass Förderangebote nicht genutzt oder dringend notwendige Investitionen und Projekte verzögert werden.

 

Unsere Forderung:

Berlin braucht eine konsequent digitale, einheitliche und medienbruchfreie Verwaltung, die sich an den Anforderungen von KMU orientiert und diese unterstützt statt hemmt. Anträge müssen einfach, standardisiert und übersichtlich gestaltet sein, sodass sie im laufenden Betrieb realistisch zu bewältigen sind. Doppelstrukturen sind abzubauen, Verfahren zu beschleunigen und das Once-only-Prinzip ist konsequent umzusetzen.



3. Bürokratielasten evaluieren und dauerhaft abbauen

Bürokratie entsteht nicht nur durch neue Regelungen, sondern auch und vor allem durch das schleichende Anwachsen bestehender Pflichten. Für kleine und mittlere Betriebe summieren sich die zahlreichen Einzelanforderungen zu einer erheblichen Gesamtlast. Gleichzeitig fehlen verbindliche Mechanismen, um bestehende Vorgaben regelmäßig zu überprüfen, zu vereinfachen oder abzuschaffen. So verfestigen sich ineffiziente Strukturen und führen zu dauerhaften Belastungen im betrieblichen Alltag.

 

Unsere Forderung:

Bürokratielasten müssen systematisch erfasst, transparent gemacht und regelmäßig überprüft werden. Für alle bestehenden Regelungen und Verwaltungsverfahren ist eine verbindliche, kontinuierliche Evaluation aus Sicht kleiner und mittlerer Betriebe sicherzustellen. Ziel muss sein, unnötige, unverhältnismäßige oder praxisferne Vorgaben konsequent abzubauen. Jede neue Belastung muss mit konkreten Entlastungen
im Bestand verknüpft werden. So entsteht ein dauerhafter Bürokratieabbau statt punktueller Einzelmaßnahmen.



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