Portrait: Bebra-Geschäftsführerteam Katrin und Gorden Aernecke
Marcel Berkmann
Bebra-Geschäftsführerteam Katrin und Gorden Aernecke

Wie sich der Betrieb Bebra für die Zukunft aufstellt | HANDWERK IN BERLIN 2026 - 2Exoskelette, Ozonwäsche und Akkupower

Wie sich das Berliner Gebäudedienstleistungsunternehmen Bebra nachhaltig aufstellt

Wenn die Mitarbeitenden des Gebäudedienstleistungsunternehmens Bebra ausrücken, sieht das futuristisch aus. Denn seit Beginn dieses Jahres setzt die Berliner Unternehmensgruppe bei körperlich belastenden Einsätzen auf Exoskelette. Wenn die Mitarbeitenden hohe Glasfassaden reinigen, werden sie bei Überkopfarbeiten entlastet – die Technik übernimmt einen Teil des Gewichts von Armen und Werkzeug.

Bebra: Exoskelett unterstützt Mitarbeiter beim Reinigen der Glasfassade
Marcel Berkmann
Exoskelett unterstützt Mitarbeiter beim Reinigen der Glasfassade

Fortschritt als Teil der Unternehmens-DNA

Dass Bebra Neuerungen wie diese ausprobiert, gehört zur DNA des Unternehmens. „Wir wollen etwas bewegen, wir wollen keinen Stillstand“, beschreibt Geschäftsführerin Katrin Aernecke (45) die Motivation, das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln.

Dabei gehe es immer darum, Ökologie und Ökonomie zusammenzudenken und nicht gegeneinander auszuspielen, sagt sie. Bereits in den 1990er-Jahren wurde das Unternehmen ÖKOPROFIT-Betrieb, vor Kurzem folgte die EMAS-Zertifizierung.

Wir wollen etwas bewegen, wir wollen keinen Stillstand.

Geschäftsführerin Katrin Aernecke

Zuletzt nahm Bebra am „360°-Nachhaltigkeitscheck“ der Handwerkskammer Berlin teil. Jeder Zertifizierungsprozess lege dabei Verbesserungspotenziale offen, so Katrin Aernecke.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gorden Aernecke (50), dem Sohn des Firmengründers Fritz Jürgen Aernecke, leitet sie das Unternehmen. 180 Mitarbeitende zählt der Betrieb. Gegründet wurde Bebra 1990 als klassisches Glas- und Gebäudereinigungsunternehmen; inzwischen hat es sich zu einem Serviceanbieter rund ums Gebäude entwickelt – dazu gehören Hauswartservice, Winterdienst, Grünanlagenpflege und Baumpflege. In allen Bereichen nimmt das Unternehmen kontinuierlich Verbesserungen vor.

Wasser sparen, Schleppen reduzieren

Früher wurde Wasser für Reinigungsarbeiten quer durch Berlin transportiert und vor Ort die Treppen hochgeschleppt. Heute arbeitet Bebra mit vorbereiteten Wischbezügen, die leicht feucht in Boxen verpackt sind und einsatzfertig mitgenommen werden. Das spart Wasser – und reduziert zugleich die körperliche Belastung. „Viele unserer Mitarbeitenden sind schon lange im Unternehmen, sie sind älter und müssen natürlich geschützt werden“, so Gorden Aernecke.

Auch in der firmeneigenen Waschhalle wurde nachgebessert. Statt hoher Stromverbräuche und umweltkritischer Waschmittel nutzt der Betrieb inzwischen eine Ozonanlage: Die Wäsche wird mit Ozon gereinigt. Dazu kommen viele kleine Stellschrauben mit großer Wirkung: Mehr als die Hälfte der Geräte des Unternehmens ist auf leise und umweltschonende Akkutechnik umgestellt, zum Beispiel Heckenschere oder Rasenmäher. Für Einsätze im Sommer nutzt Bebra Kühlkleidung, die die Mitarbeitenden zugleich schützt und kühlt. Und wenn es passt, fahren die Hausmeister mit E-Rollern und Rucksack zum Einsatzort.

Ideen aus dem Team

Die Ideen kommen dabei nicht nur „von oben“. „Oft kommen Mitarbeitende auf uns zu und problematisieren etwas oder haben eine Verbesserungsidee“, sagt Katrin Aernecke. Inzwischen gibt es ein eigenes Umweltteam im Unternehmen, das Ideen gemeinsam entwickelt und auf Machbarkeit prüft.

Nicht jede Neuerung löst in der Belegschaft sofort Begeisterung aus. „Natürlich ist da auch mal Skepsis“, sagt Gorden Aernecke. Dann gehe es darum, die Teams mitzunehmen und schrittweise an neue Abläufe heranzuführen.

Die Verbesserungswünsche von Bebra sind dabei noch längst nicht erschöpft. So entstand beim Nachhaltigkeitscheck in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Berlin die nächste Idee: Noch in diesem Jahr soll eine Solaranlage auf dem Firmendach angebracht werden.

Text: Helena Golz



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