Rekrutierung im Ausland

Internationale Fachkräfte sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Berliner Handwerk. Damit Rekrutierung im Ausland nachhaltig gelingt, braucht es faire Vermittlung, eine starke Willkommenskultur und bessere Rahmenbedingungen – von bezahlbarem Wohnraum bis zu gelingender Integration.

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Valentin Paster

Strukturelle Hürden im Inland abbauen

Die vorhandenen Informations- und Unterstützungsangebote bei der Frage, wie erreiche ich Fachkräfte und Auszubildende im Ausland, werden von vielen Betrieben aktiv genutzt und größtenteils positiv bewertet. Zugleich bringen viele bereits ein hohes Maß an Eigeninitiative mit - nicht wenige streben sogar den Weg in die Existenzgründung an.

Diese Potenziale dürfen jedoch nicht durch strukturelle Hürden im Inland ausgebremst werden. Dringender Handlungsbedarf besteht insbesondere beim Wohnraummangel.

Auch die soziale Integration bleibt eine zentrale Herausforderung, die kontinuierliche Aufmerksamkeit und gezielte Unterstützung erfordert.



Faire Anwerbung sicherstellen

In der Praxis zeigt sich, dass intransparente oder unseriöse Vermittlungsangebote einzelner privater Agenturen den Ruf der dualen Ausbildung im Handwerk erheblich beeinträchtigen können. Gerade vor dem Hintergrund eines zunehmend dynamischen Vermittlungsmarktes, in dem fortlaufend neue Anbieter und Formate entstehen, gewinnen verlässliche Rahmenbedingungen und faire Anwerbeprozesse weiter an Bedeutung. Sie sind entscheidend, damit sowohl Betriebe als auch internationale Fachkräfte und Auszubildende von einer qualitätsorientierten Zusammenarbeit profitieren.

Um Orientierung zu schaffen und Vertrauen zu stärken, können transparente Qualitätskriterien sowie nachvollziehbare Bewertungs- oder Zertifizierungsmechanismen dazu beitragen, die Seriosität von Vermittlungsangeboten sichtbarer zu machen. Solche Ansätze können helfen, die Vielfalt des Marktes besser einzuordnen und faire Vermittlungspraktiken zu unterstützen. Entscheidend sind dabei Lösungen, die der Dynamik des Marktes gerecht werden und zu mehr Transparenz und Qualität bei der Vermittlung beitragen.



Willkommenskultur verbessern

Eine starke Willkommenskultur ist für die Gewinnung von internationalen Fachkräften und Auszubildenden unerlässlich. Viele Betriebe haben den Mehrwert kultureller Vielfalt in ihren Betrieben erkannt und engagieren sich aktiv für ein offenes und tolerantes Umfeld. Willkommenskultur beginnt bei der Einreise und ist zentral für gelingende Integration. Die Perspektive auf gesellschaftliche Teilhabe und umfassende Integration ist ein wesentlicher Anreiz für Menschen, nach Berlin zu kommen. Gleichzeitig trägt eine starke Willkommenskultur auch dazu bei, dass die Menschen in Berlin bleiben, und wirkt somit der Abwanderung von Fachkräften entgegen.

Das Berliner Willkommenszentrum leistet in diesem Zusammenhang wertvolle Arbeit - dennoch wäre ein breiteres Leistungsangebot wünschenswert, das sich stärker an den Bedarfen der Betriebe orientiert. Eine engere Kooperation mit Wirtschaftsakteuren und Kammern könnte die Wirksamkeit deutlich erhöhen.



Standort Berlin attraktiver gestalten und Erfolgsgeschichten kommunizieren

Um die Attraktivität Berlins als Wirtschaftsstandort sowie Arbeits- und Lebensort für internationale Fachkräfte und Auszubildende weiter zu steigern, gilt es, nicht nur die Willkommenskultur, sondern auch die Strukturen im Inland zu verbessern, insbesondere durch den Ausbau bezahlbaren Wohnraums und der sozialen Infrastruktur.

Im internationalen Wettbewerb um Talente zählt Berlin zu den beliebten Standorten. Um diesen Status auch zukünftig zu sichern, sind gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität erforderlich, um internationale Talente zu gewinnen und langfristig zu halten.

Ergänzend dazu sollten Erfolgsgeschichten internationaler Fachkräfte systematisch veröffentlicht und kommuniziert werden. Sie können Vorbilder sichtbar machen und potenziellen Zuwandernden wie auch Betrieben Orientierung bieten. So wird Willkommenskultur nicht nur gelebt, sondern auch nach außen aktiv kommuniziert und greifbar gemacht.

Kontakt

Laura Schleier

Abteilung Wirtschaftspolitik

Blücherstr. 68

10961 Berlin

Tel. +49 30 259 03 - 394

schleier--at--hwk-berlin.de