Anerkennung als Schlüssel zur FachkräftegewinnungAnerkennung ausländischer Qualifikationen
Die Anerkennung ausländischer Qualifikationen ist ein zentraler Hebel für erfolgreiche Zuwanderung und Integration internationaler Fachkräfte. Doch hohe Kosten, lange Verfahren und fehlende Sprach- und Qualifizierungsangebote stellen Betriebe und Fachkräfte vor große Herausforderungen. Gezielte Förderungen, internationale Bildungspartnerschaften und verlässliche Sprachkursangebote können den Prozess deutlich erleichtern und beschleunigen.
Anerkennungsverfahren für Fachkräfte aus Drittstaaten
Sowohl für Betriebe als auch für Fachkräfte mit ausländischen Qualifikationen aus Drittstaaten ist die Frage nach der Anerkennung der Qualifikationen zentral im gesamten Zuwanderungsprozess. Die Anerkennung ist dabei in einigen Fällen nicht nur Voraussetzung für den Zugang von ausländischen Fachkräften zum deutschen Arbeitsmarkt, sondern erleichtert auch deren Integration. Zudem schafft sie Transparenz über ausländische Berufsqualifikationen, und bietet eine Grundlage für zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen im Anschluss an das Verfahren.
Der Prozess ist jedoch in den meisten Fällen nur dann erfolgreich, wenn ausreichend zeitliche und finanzielle Kapazitäten für die Anerkennung zur Verfügung stehen. Denn Anerkennungsverfahren für Fachkräfte aus Drittstaaten sind in der Praxis häufig mit einem erheblichen Aufwand verbunden, sowohl für Antragstellende als auch für Betriebe. Neben einem hohen Zeitbedarf stellen auch mögliche finanzielle Belastungen eine große Hürde dar. Hinzu kommt die Vielzahl an beteiligten Stellen, darunter die Bundesagentur für Arbeit, das Landesamt für Einwanderung und der Business Immigration Service (BIS). Oftmals ist es daher eine Herausforderung, die Anerkennung innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens durchzuführen.
Förderprogramme für die Erstattung der Kosten für Anpassungsqualifizierungen ausweiten
In einigen Fällen müssen internationale Fachkräfte in Deutschland Kenntnisse im Rahmen der sogenannten Anpassungsqualifizierung nachholen, um die volle Anerkennung ihrer ausländischen Qualifikationen zu erhalten.
Um internationalen Fachkräften den erfolgreichen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern, sollten die bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten für Anpassungsqualifizierungen auf Bundes- und Landesebene ausgebaut und langfristig gesichert werden. Davon würden nicht nur die Fachkräfte selbst profitieren, sondern auch die aufnehmenden Betriebe, die oftmals die Kosten der Anerkennungsverfahren tragen und dadurch finanziell entlastet würden.
Kooperationen mit Bildungseinrichtungen im Ausland ausbauen
Zudem sollten verstärkt Kooperationen mit Bildungseinrichtungen im Ausland aufgebaut werden. Ziel dieser Kooperationen sollte es sein, bereits im Herkunftsland passgenaue Qualifizierungen anzubieten, die gezielt auf die Anforderungen des deutschen Arbeitsmarkts vorbereiten.
Vor dem Hintergrund der erweiterten Möglichkeiten der Zuwanderung durch das novellierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz könnte ein solcher Ansatz dazu beitragen, die Integration internationaler Fachkräfte insgesamt zu erleichtern und weiter zu beschleunigen.
Finanzierung von bestehenden Sprachkursangeboten sichern und Sprachkursangebote kontinuierlich verbessern
Eine häufige Schwierigkeit besteht darin, dass internationalen Fachkräften oftmals die erforderlichen Sprachkenntnisse fehlen. In bestimmten Fällen sind diese Kenntnisse Voraussetzung für die Ausübung des Berufs. Unabhängig davon sind sie jedoch in jedem Fall für die berufliche Praxis sowie für die Integration unerlässlich und erweisen sich auch bei Behördengängen oder im Alltag als wichtige Unterstützung.
Die vom Bund geförderten Sprachkursangebote sollten gezielt ausgebaut und kontinuierlich verbessert werden, um so einen Beitrag zur erfolgreichen Integration zu leisten. Erfreulich ist, dass die aktuelle Bundesregierung die Mittel für Integrationskurse erhöht hat. In Berlin mussten jedoch in der Vergangenheit aufgrund unzureichender Bundesmittel zahlreiche auf den Integrationskursen aufbauende Berufssprachkurse ausfallen. Es wird damit gerechnet, dass das Angebot auch in Zukunft stark eingeschränkt sein soll.
Ziel muss daher sein, ein bedarfsgerechtes Angebot an Berufssprachkursen langfristig abzusichern. Der Berliner Senat sollte sich auf Bundesebene für die stabile Finanzierung dieser Kurse einsetzen.