Titelgrafik IT- und Cybersicherheit
AdobeStock | Nathakorn KI-generiert

Checklisten für Handwerker*innen Was tun bei einem Cyber-Angriff?

Wissen Sie und alle Ihre Mitarbeitenden, was zu tun ist, wenn ein Rechner ungewöhnlich reagiert, etwas Fremdes anzeigt und/oder Software autonom installiert?
Diese von der Handwerkskammer Koblenz erarbeiteten Checklisten geben Ihnen Hilfestellungen, wie Sie sich auf den Ernstfall eines Cyberangriffs in Ihrem Handwerksbetrieb vorbereiten können und welche Sofortmaßnahmen Sie unverzüglich einleiten müssen, wenn etwas passiert ist. 

Laden Sie das PDF über den Downloadlink herunter, drucken Sie die Datei aus und hängen Sie diese für alle Mitarbeitenden stets zugänglich aus. Denn im Ernstfall haben Sie keinen Zugriff auf Rechner und Drucker. 

Es ist nicht die Frage, ob ihr Unternehmen einmal angegriffen wird, sondern wann.
Wappnen Sie sich daher vorher.
Diese Hinweise geben Ihnen eine kompakte Hilfestellung.

Stimmt etwas nicht mit Ihrem Computer oder Netzwerk?
Dann handeln Sie sofort, aber überlegt!

Schritt 1: Ruhe bewahren und Arbeit sofort stoppen

  • Geraten Sie nicht in Panik.
  • Unterbrechen Sie sofort die Arbeit – auch unter Zeitdruck!
  • Machen Sie NICHT weiter wie bisher.
  • Schalten Sie den Computer NICHT aus.
    (wichtige Beweise können verloren gehen!)

HWK-Hinweis: Ein einziger Klick kann schnell einen betrieblichen Notfall auslösen." Betroffenes Gerät nicht weiter benutzen – keine eigenständigen Reparaturen versuchen!

Schritt 2: Computer sofort vom EDV-Netzwerk trennen

  • Netzwerkkabel herausziehen (das Kabel, das zum Router führt)
  • WLAN deaktivieren (am besten WLAN am Router ausschalten)
  • Alle anderen Geräte im Büro ebenfalls prüfen und ggf. vom EDV-Netzwerk trennen
  • ⚠️ Wichtig: Gerät NICHT ausschalten – nur vom EDV-Netzwerk trennen!

Schritt 3: Alles aufschreiben – sofort!

  • Uhrzeit und Datum notieren, wann das Problem bemerkt wurde
  • Genau aufschreiben, was zu sehen war
    (z. B. „Bildschirm zeigt eine unbekannte Meldung")
  • Notieren, was kurz davor gemacht wurde
    (z. B. E-Mail geöffnet, Link angeklickt, USB-Stick eingesteckt)
  • Betroffene Geräte notieren (welche Computer, Drucker, Tablets?)

Schritt 4: Notfallkontakt informieren

  • Definierten Notfallkontakt umgehend über den vorgegebenen Kanal benachrichtigen
  • BSI-Hotline anrufen: 0800 274 1000 (kostenlos, rund um die Uhr)
  • Cyberhotline der Digitalagentur Berlin anrufen: 0800 360 30 60 (kostenlos, Mo-Fr 09 - 17 Uhr)
  • oder Ihren IT-Dienstleister anrufen
  • Polizei informieren (Strafanzeige erstatten) unter dem Nummer +49 30 4664 972972:
    ZAC - Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft im LKA Berlin
    Hier erhalten Sie auch weitere Informationen, wie Sie sich nun verhalten sollen.

💡 HWK-Merksatz: Mitarbeitende sind oft die Ersten, die ungewöhnliche Situationen bemerken. Fehlermeldungen sind kein persönliches Versagen – sie verbessern die Betriebssicherheit!

Quellen:

  • BSI IT-Notfallkarte
  • BSI Erste Hilfe
  • HWK Vorfall-Management

Manchmal kündigt sich ein Angriff vorher an. Kennen Sie diese Warnsignale?

Technische Warnsignale

  • Computer ist ungewöhnlich langsam oder stürzt häufig ab
  • Fehlermeldungen erscheinen ohne erkennbaren Grund
  • Pop-up-Fenster erscheinen plötzlich und lassen sich nicht schließen
  • Dateien sind gesperrt oder lassen sich nicht mehr öffnen
  • Eine Lösegeldforderung erscheint auf dem Bildschirm
  • Programme starten sich von selbst
  • Passwörter funktionieren nicht mehr

Organisatorische Warnsignale

  • Unerwartete E-Mails wurden in Ihrem Namen verschickt
  • Login-Benachrichtigungen für unbekannte Zugriffe
  • Ungewöhnliche Anrufe (z. B. angeblicher „Microsoft-Support")
  • Unbekannte Person möchte Fernzugriff auf Ihren Computer erhalten
  • Geld fehlt auf dem Firmenkonto

Aus der HWK-Praxis – typische Einfallstore im Handwerk

Praxisbeispiel USB-Stick: Ein infizierter USB-Stick kann unbemerkt Schadsoftware einschleusen, beispielsweise  in einer Schreinerei, wo dadurch ein Ransomware-Angriff ausgelöst wurde.
→ Regel: Keine fremden USB-Sticks verwenden!

Praxisbeispiel Fake-Techniker: Ein falscher Techniker täuscht vor, legitim zu sein, und erschleicht sich Fernzugriff.
Typische Merkmale von Social Engineering: Zeitdruck, Autorität, übertriebene Hilfsbereitschaft – kritisch hinterfragen!

Praxisbeispiel gestohlenes Tablet: Ohne Passwort und Verschlüsselung sind Tablets anfällig für unbefugten Datenzugriff.
Alle mobilen Geräte mit Passwort und Verschlüsselung sichern!
→ Bauchgefühl ernst nehmen – lieber einmal zu viel melden als zu wenig!

Quellen:

  • HWK Vorfall-Management
  • BSI Erste Hilfe
  • BSI Cyber-Bedrohungen Einstieg

Erst wenn die Geräte vom Netz getrennt sind, versuchen Sie herauszufinden, was genau passiert ist.

Betroffene Systeme identifizieren

  • Welche Computer sind betroffen? (Liste erstellen)
  • Welche Benutzerkonten und Passwörter könnten kompromittiert sein?
  • Welche Daten sind betroffen? (Kundendaten? Rechnungen? Angebote? Pläne?)
  • Seit wann könnte das Problem bestehen? (Zeitpunkt eingrenzen)
  • Gibt es Backups (Datensicherungen)? Wo befinden sie sich?
  • Welche Geräte funktionieren noch? (für den Notbetrieb)

Vorfall dokumentieren (rechtlich und versicherungstechnisch wichtig!)

  • Zeitpunkt, Art des Vorfalls und betroffene Systeme schriftlich festhalten
  • Ergriffene Maßnahmen dokumentieren
  • Screenshots oder Fotos von Fehlermeldungen machen (mit einem separaten Gerät oder Smartphone)

💡 HWK-Hinweis: Eine gründliche Analyse spart Zeit und verhindert Fehlentscheidungen bei der weiteren Vorfallbearbeitung.
Infizierte Computer als vollständig kompromittiert betrachten – Passwörter, die darauf verwendet wurden, sofort als gestohlen ansehen!

Quellen:

  • HWK Vorfall-Management
  • BSI Erste Hilfe

Täter nutzen gestohlene Passwörter, um weiter in Systeme einzudringen:

  • Alle Passwörter ändern – aber nur auf einem sicheren, nicht betroffenen Gerät
    (z. B. Ihr privates Smartphone)
  • Passwörter ändern für:
    • E-Mail-Konto
    • Online-Banking
    • Steuer-Software und DATEV
    • Cloud-Dienste (z. B. Dropbox, OneDrive)
    • Soziale Medien (Facebook, Instagram, Xing)
    • Lieferantenportale und Kundenportale
    • Router- und WLAN-Zugangsdaten
  • Kompromittierte Zugänge sperren lassen
  • Bank kontaktieren und warnen
  • Kreditkarten sperren lassen, falls nötig
    (Sperrnummer: 116 116)

⚠️ Niemals: Mit Administrator-Passwörtern auf einem infizierten Computer anmelden!

Quellen:

  • BSI Erste Hilfe
  • BSI Basismaßnahmen CS 006
  • HWK Vorfall-Management

Ein Cyber-Angriff kann Ihren Betrieb tagelang lahmlegen.
Grundsätzlich lassen sich drei Phasen nach dem Vorfall unterscheiden:

  • Analysephase
  • Übergangsbetrieb
  • Bereinigungsphase

Richten Sie so schnell wie möglich einen Notbetrieb ein.

Welche Aufgaben können noch erledigt werden?

  • Aufgaben identifizieren, die ohne Computer möglich sind
    (z. B. handschriftliche Notizen)
  • Aufgaben identifizieren, die mit einem sauberen Gerät möglich sind (Privathandy, nicht betroffenes Tablet)
  • Kompromittierte Zugänge sperren – erhöhtes Monitoring einschalten
  • Ersatzsysteme nutzen, wenn vorhanden
  • Kunden, Lieferanten und Partner telefonisch informieren, dass es Probleme gibt
  • Wichtige Kontaktdaten (Telefonnummern, Adressen) aus Papierdokumenten zusammensuchen

Kommunikation sicherstellen (kontrolliert und intern abgestimmt!)

  • Erreichbar bleiben – ggf. ein Prepaid-Handy kaufen, falls Firmentelefon betroffen
  • Eine vorübergehende E-Mail-Adresse anlegen (z. B. über Gmail auf privatem Gerät)
  • Mitarbeiter informieren, was passiert ist – klare Ansagen machen
  • Keine unkoordinierten Aussagen nach außen – erst intern abstimmen!
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung, IT und Mitarbeitenden sicherstellen

💡 HWK-Hinweis: Kontrollierte Kommunikation verhindert Missverständnisse und begrenzt Schäden."
Unkoordinierte Aussagen führen zu Verwirrung und können den Schaden vergrößern.

💡 Erfahrungswert laut BSI: Bei einem schweren Angriff kann der Betrieb 2–4 Wochen eingeschränkt sein. Bereiten Sie sich auf einen Vorfall vor. Vorbereitung ist alles!

Quellen:

  • HWK Vorfall-Management
  • BSI Erste Hilfe

Als Unternehmer haben Sie gesetzliche Pflichten, bestimmte Vorfälle zu melden. Die Meldewege müssen bekannt und erreichbar sein, das heißt digital und analog (z. B. ausgedruckte Notfallkarte).

Polizei: Strafanzeige erstatten
ZAC – Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für die Wirtschaft beim LKA Berlin Ansprechpartner bei Cyberangriffen und Sicherheitsvorfällen, erste Unterstützung bei der Bewältigung von Sicherheitsvorfällen im Rahmen der Cyberkriminalität
Tel.: +49 30 4664 972972
Kontaktformular: www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/cybercrime/formular.1674647.php

BSI-Hotline: 0800 274 1000 (kostenlos)

Cyberhotline der Digitalagentur Berlin: 0800 360 30 60 (kostenlos)

Datenschutzbeauftragte des Landes Berlin:
Wenn Kundendaten oder Mitarbeiterdaten gestohlen wurden.
Meldung innerhalb von 72 Stunden (Pflicht laut DSGVO!)
Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: www.datenschutz-berlin.de
Einen Datenschutzvorfall melden: www.datenschutz-berlin.de/datenschutz/datenpanne/datenpannenformular

Cyber-Versicherung: Falls vorhanden – sofort informieren!

Kunden und Lieferanten: Informieren, wenn deren Daten betroffen sein könnten.

Steuerberater und DATEV: Informieren, falls Buchhaltungsdaten betroffen sind

Handwerkskammer Berlin: Fragen Sie als Mitgliedsbetrieb eine kostenfreie Beratung an. 

  • Datenschutz: +49 30 259 03 - 391, heimhold@hwk-berlin.de
  • IT- und Cybersicherheit: +49 30 259 03 - 444, kania@hwk-berlin.de

⚠️ Achtung: Die 72-Stunden-Frist für die Datenschutzmeldung läuft ab dem Moment, in dem Sie von dem Vorfall erfahren!
Überprüfen und aktualisieren Sie ihre Meldewege daher regelmäßig .
Es gilt: Lieber einmal zu viel melden als einmal zu wenig.

Quellen:

  • BSI Erste Hilfe
  • BSI Digitale Rettungskette
  • HWK Vorfall-Management

Cyber-Kriminelle fordern oft Geld, damit Sie Ihre Daten zurückbekommen. Die Motivation der Täter ist meist finanziell. Sie finanzieren sich durch Lösegeldzahlungen.

  • Nein – kein Lösegeld zahlen!
    • Zahlung garantiert nicht, dass Sie Ihre Daten zurückbekommen
    • Sie finanzieren damit weitere Kriminalität
    • Täter können trotzdem weiter auf Ihre Daten zugreifen und diese ggf. auch noch im Internet veröffentlichen.
    • Sie machen sich ggf. selbst strafbar (Finanzierung krimineller Strukturen)
      Sprechen Sie am besten mit der ZAC und einem IT-Sicherheitsspezialisten
  • Stattdessen:
    • Backups (Datensicherungen) nutzen, um Daten wiederherzustellen
    • Polizei und BSI einschalten
    • IT-Fachmann beauftragen
    • Systeme neu aufsetzen und aus sauberen Backups wiederherstellen
      (Bereinigungsphase)

💡 BSI-Empfehlung: "Im Fall einer bereits erfolgten Verschlüsselung sollten Sie grundsätzlich nicht auf die Erpressung eingehen."
Täter nutzen Ransomware gezielt gegen Unternehmen – Handwerksbetriebe sind ein häufiges Ziel!

Quellen:

  • BSI Erste Hilfe (Ransomware)
  • BSI Cyber-Bedrohungen Einstieg
Anlaufstelle Kontakt    Wofür?
BSI-Hotline (Digitale Rettungskette)📞 0800 274 1000 (kostenlos)Erste Beratung, Einschätzung des Vorfalls
Polizei / LKA (ZAC)📞110
📞 (030) 4664 972972
Strafanzeige, Beweissicherung,
erste Anlaufstelle
Ihr IT-Dienstleister
_______________________
Technische Hilfe
Datenschutzbeaufttragte des Landes BerlinDatenpanne melden: www.datenschutz-berlin.de/datenschutz/datenpanne/datenpannenformularMeldung bei Datenverlust oder möglichem Verlust (72h-Frist!)
Cyber-Versicherung

📞  _______________
Ihre Versicherungsnummer:
 __________________

Schadens-
regulierung
Handwerkskammer Berlin📞 030 25903 – 444
  kania@hwk-berlin.de
Präventionsberatung
für Handwerksbetriebe,
CyberRisikoCheck
Kartensperre📞 116 116Kreditkarten sperren

💡 Das BSI-Cyber-Sicherheitsnetzwerk (CSN) vermittelt auch zertifizierte Vorfall-Experten, die persönlich vor Ort helfen können.
Die Handwerkskammer Berlin bietet außerdem einen kostenlosen CyberRisikoCheck nach DIN SPEC 27076 an – sprechen Sie uns an!



Erst wenn IT-Fachleute grünes Licht geben, können Systeme wieder in Betrieb genommen werden.

Bereinigungsphase (nur mit IT-Fachmann!)

  • Ursache des Angriffs vollständig und nachhaltig beseitigen
  • Betroffene Systeme komplett neu aufsetzen (nicht nur „bereinigen")
  • Daten ausschließlich aus sauberen, geprüften Backups wiederherstellen
  • Sicherheitsmaßnahmen überprüfen und verbessern
  • Alle Schwachstellen schließen, die zum Angriff geführt haben

Aus dem Vorfall lernen

  • Prozesse sorgfältig überprüfen – Was hat funktioniert, was nicht?
  • Meldewege überprüfen und aktualisieren
  • Mitarbeiter über den Vorfall informieren und sensibilisieren
  • Notfallplan für die Zukunft verbessern

💡 HWK-Fazit: „Schnelles Melden, klare Prozesse, gemeinsames Handeln
Vorfall-Management ist eine betriebliche Kernkompetenz, die Arbeitsplätze sichert."

Quellen:

  • HWK Vorfall-Management
  • BSI Erste Hilfe

💡 BSI-Hinweis: „Zwar gibt es keinen absoluten Schutz, jedoch können Cyber-Angriffe durch geeignete Maßnahmen deutlich erschwert und in ihren Auswirkungen abgeschwächt werden."

Technische Mindestmaßnahmen (HWK und BSI)

  • Firewall aktivieren – schützt das Netzwerk vor unerwünschtem Zugriff
  • Virenschutz installieren und aktuell halten
    (Windows Defender ist bei Windows vorinstalliert und ausreichend)
  • WLAN sicher verschlüsseln
    Verschlüsselung WPA2+WPA3 Mixed-Mode aktivieren, kein offenes WLAN für den Betrieb!
  • VPN für mobiles Arbeit (Außendienst, Baustelle) verwenden

Updates und Schwachstellen (BSI CS 093)

  • Updates immer sofort installieren: Windows, Programme, Browser, Router-Firmware
  • Automatische Updates aktivieren, wo möglich
  • ⚠️ Windows 10 läuft seit Oktober 2025 ohne Sicherheitsupdates
    Upgrade auf Windows 11 prüfen!
  • Veraltete, nicht mehr unterstützte Software und Hardware ersetzen

Datensicherung (Backup) – 3-2-1-Regel (c’t 2026)

  • Regelmäßige Datensicherung: mindestens einmal pro Woche
  • 3-2-1-Regel befolgen: 3 Kopien auf 2 verschiedenen Datenträgern, davon 1 außer Haus (z. B. zu Hause oder am zweiten Standort)
  • Backup-Medium verschlüsseln – bei Diebstahl sind die Daten geschützt
  • Backup nach dem Sichern physisch trennen
    – ein dauerhaft im Netzwerk eingebundenes Laufwerk ist kein sicheres Backup!
  • Backup regelmäßig testweise wiederherstellen – nur getestete Backups sind verlässlich

Zugänge und Passwörter (BSI und c’t 2026)

Starke Passwörter verwenden – Länge ist der wichtigste Faktor (mindestens 12 Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen)

Einen Passwortmanager verwenden (z. B. KeePassXC oder Bitwarden) – ein Masterpasswort für alle Zugänge

Passkeys nutzen, wo immer angeboten (z. B. Google, Microsoft, Amazon, PayPal) – sicherer als jedes Passwort

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren – für E-Mail, Online-Banking und alle wichtigen Konten

Passwörter nicht mehrfach verwenden

Regelmäßig prüfen, ob eigene Zugangsdaten im Darknet aufgetaucht sind:
haveibeenpwned.com oder HPI Identity Leak Checker

Geräte sichern – besonders für Handwerksbetriebe (HWK und c’t 2026)

  • Systemfestplatte mit BitLocker oder VeraCrypt verschlüsseln – schützt Daten bei Diebstahl oder physischem Zugriff
  • Alle mobilen Geräte (Tablets, Smartphones) mit Bildschirmsperre und mindestens 6-stelligem PIN sichern
  • Geräteverschlüsselung auf Smartphones und Tablets aktivieren
  • Klare Regeln für externe Datenträger (USB-Sticks): Keine fremden USB-Sticks verwenden!
  • Apps nur aus offiziellen Stores installieren (Google Play und App Store)
  • App-Berechtigungen regelmäßig überprüfen und nicht benötigte Rechte entziehen
  • Smartphone nicht rooten oder jailbreaken, besonders wenn es für Banking genutzt wird

WLAN-Router absichern (c’t 2026)

  • WLAN-Passwort mindestens 24 Zeichen lang wählen
  • Verschlüsselung: WPA2+WPA3 Mixed-Mode oder mindestens WPA2 mit PMF
  • Gast-WLAN für Besucher und Smart-Home-Geräte einrichten (trennt vom Firmennetz!)
  • WPS nur vorübergehend aktivieren – danach wieder ausschalten
  • Router-Firmware automatisch aktuell halten
  • Voreingestelltes Router-Konfigurationspasswort ändern

E-Mail sicher nutzen (c’t 2026)

  • Keine Anhänge von unbekannten Absendern öffnen
  • Niemals auf Links in verdächtigen E-Mails klicken – Websites lieber manuell aufrufen oder per Lesezeichen
  • Bei verdächtigen E-Mails: über einen anderen Kanal beim Absender nachfragen
    (z.B. per Telefon)
  • Sicherheitswarnungen niemals ignorieren, egal was die E-Mail behauptet
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) beim E-Mail-Konto aktivieren

Online-Betrug erkennen (c’t 2026)

  • Bei Anrufen, die Druck erzeugen: auflegen und zurückrufen (über bekannte Nummer, nicht die angezeigte!)
  • Auf Quishing (gefälschte QR-Codes) achten – z. B. an Parkautomaten oder in Briefen
  • Notfallkontakt im Bekanntenkreis benennen, der bei Verdacht berät – bevor man handelt

Mitarbeiter sensibilisieren (HWK und BSI)

  • Mitarbeiter über Phishing, Ransomware und Social Engineering regelmäßig informieren
  • Social Engineering erkennen lernen: Zeitdruck, Autorität, übertriebene Hilfsbereitschaft = Warnsignale!
  • Offene Sicherheitskultur fördern – Bauchgefühl ernst nehmen und Fehler melden dürfen
  • Klare Meldewege für alle Mitarbeiter festlegen und bekanntmachen

Für den nächsten Notfall vorbereiten

  • Notfallkontakte (IT, Polizei, BSI, HWK) ausdrucken und gut sichtbar aufhängen
  • Backup-Plan aufschreiben: Wo sind die Datensicherungen? Wie werden sie eingespielt?
  • Diese Checklisten ausdrucken und griffbereit halten!
  • CyberRisikoCheck (nach DIN SPEC 27076) mit der Handwerkskammer Berlin durchführen – für Handwerker kostenlos!

Tipp der Handwerkskammer Berlin

Hängen Sie die Sofortmaßnahmen-Checkliste Nr. 1 dieses Dokuments gut sichtbar in Ihrem Büro auf – am besten neben dem Computer. Im Stress vergisst man schnell, was zu tun ist!

Die drei goldenen Regeln aus der HWK-Notfallkarte lauten:

  1. STOPPEN  – Arbeit sofort unterbrechen
  2. TRENNEN – Gerät vom Netzwerk trennen
  3. MELDEN   – Notfallkontakt informieren

Quellen:

  • BSI Basismaßnahmen CS 006
  • BSI Schwachstellen und Updates CS 093
  • HWK Vorfall-Management
  • BSI Cyber-Bedrohungen Einstieg
  • c’t Security-Checkliste 2026
DokumentInhalt und Verwendung in Checklisten
BSI IT-Notfallkarte (DINA4)Sofortmaßnahmen (CL 1), Kontakte (CL 8)
BSI „Erste Hilfe bei einem schweren IT-Sicherheitsvorfall" (Ransomware)CL 1, 3, 4, 6, 7, 9
BSI Basismaßnahmen der Cyber-Sicherheit (CS 006)CL 4, 10
BSI Schwachstellen und Updates (CS 093)CL 10 (Updates und Patches)
BSI Digitale RettungsketteCL 6, 8
BSI Cyber-Bedrohungen – ein Einstieg (CS 037)CL 2 (Angriffsarten und Akteure), CL 7, 10
HWK Koblenz: Vorfall-Management im Handwerk (18.04.2026)CL 1–3, 5–6, 8–10 inkl. Praxisbeispiele USB, Fake-Techniker, Tablet
c’t Security-Checkliste 2026 (Heise Medien)CL 10: Backup und 3-2-1-Regel, Passwörter und Passwortmanager, Passkeys, Windows und Verschlüsselung, Smartphone, WLAN-Router, E-Mail, Online-Betrug

Erstellt durch HWK Koblenz mit KI-Unterstützung · Stand: April 2026



Hier bekommen Sie Hilfe

Ihre Handwerkskammer. Die Betriebsberatung der Handwerkskammer Berlin unterstützt Mitgliedsbetriebe kostenfrei und anbieterneutral. Sie ist breit aufgestellt und deckt mehr ab als nur Digitales: kaufmännische Beratung, technische Beratung und die Beratung für Innovation und Technologie – je nachdem, worum es geht. Ergänzend bietet die Kammer Veranstaltungen und Formate rund um Handwerk und Digitalisierung an (Veranstaltungen der HWK Berlin).

Berater für Innovation und Technologie (BIT).* Für alles rund um KI und Digitalisierung sind die BIT Ihre Ansprechpartner innerhalb der Betriebsberatung – sie kennen beides: das Handwerk und die Technik. Von der ersten KI-Frage über die Auswahl passender Werkzeuge bis zum konkreten Vorhaben. Nehmen Sie Kontakt auf, bevor Sie Geld ausgeben – oft ist der kostenlose Weg der bessere erste Schritt.

* Die Beratungsstelle für Innovation und Technologie (BIT) der Handwerkskammer Berlin wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Die BIT-Angebote sind für Handwerksbetriebe daher kostenfrei.

Zum Schluss. KI ist kein Hokuspokus und keine Bedrohung – sie ist ein praktisches Werkzeug für den Teil Ihrer Arbeit, den Sie vermutlich am wenigsten mögen. Das Handwerk war immer dann am besten, wenn es die modernsten Werkzeuge seiner Zeit beherrscht hat. Fangen Sie klein an, bleiben Sie kritisch, und entdecken Sie, wie viel Freiraum für das Wesentliche entsteht: Ihr Handwerk.

Herausgegeben von der Beratungsstelle für Innovation und Technologie (BIT) der Handwerkskammer Berlin mit freundlicher Genehmigung des Autors Rolf Müller, Handwerkskammer Koblenz.
Redaktion der Berliner Version: Dr. Jost-Peter Kania, Handwerkskammer Berlin 

Dieses Papier wurde nach bestem Wissen erstellt (Stand: August 2026).
IT- und Cybersicherheit entwickeln sich schnell weiter. Wir übernehmen daher für die Aktualität und bei der Nutzung keine Haftung. Für Hinweise stehen wir gerne zur Verfügung.



 

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