Energieverbrauch im Haushalt, Gaszähler
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Energiepreishilfen

Der Gas- und der Strompreisdeckel soll wie geplant zum 1. März 2023 rückwirkend auch für Januar und Februar in Kraft treten. Nur für Betriebe mit über 1,5 GWh Gas oder 30.000 KWh Stromverbrauch im Jahr gelten andere Bedingungen.

Heizkostenhilfe Berlin

Mit dem Hilfsprogramm „Heizkostenhilfe Berlin“ werden private Haushalte und Gewerbetreibende entlastet, die mit nichtleitungsgebundenen Energieträgern wie Öl, Pellets, Kohle oder Flüssiggas heizen und im Jahr 2022 stark erhöhte Heizkostenrechnungen begleichen mussten.

Antragsstellung

Antragsberechtigt sind Berliner Privathaushalte und Gewerbetreibende, die ihre Wohn- oder Betriebsflächen mit Öl, Pellets, Kohle oder Flüssiggas beheizen.

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich digital durch die Eigentümer:innen der Feuerstätte bzw. durch deren bevollmächtigte Dritte oder durch Mieter:innen mit eigenen Kohlefeuerstätten.

Das bedeutet: Mieter:innen von verwalteten Wohn- und Gewerbeeinheiten profitieren indirekt vom Zuschuss. Die für die Betriebskostenabrechnungen 2022 maßgeblichen Energiebeschaffungskosten, werden durch den Zuschuss für die Eigentümer:innen verringert. Eigentümer:innen sind im Rahmen der Antragstellung dazu verpflichtet, die „Heizkostenhilfe Berlin“ an Privathaushalte oder Gewerbetreibenden im Rahmen der Nebenkostenabrechnung weiterzugeben.

Förderung

80% des jeweils gezahlten Energiepreises, der oberhalb des 1,7-fachen des Referenzpreises 2021 liegt, wird als Zuschuss für Rechnungen mit Rechnungsdatum zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2022 für nicht leitungsgebundene Energieträger erstattet.

Die Referenzpreisliste entnehmen Sie bitte der Übersicht der IBB.

Es wird maximal 2.000,00 EUR je Wohn- bzw. Gewerbeeinheit erstattet und es ist je Feuerstätte ein Antrag zu stellen.

Die Antragstellung ist befristet vom 31.01.2023 bis 30.06.2023 und die Vergabe der Zuschüsse erfolgt nach dem Windhundverfahren.

Weitere Informationen und Antragsstellung auf der Seite der IBB.

Berechnungsbeispiel

Im Jahr 2022  hat ein:e Eigentümer:in einer ausschließlich selbstgenutzten Immobilie 3.000l Heizöl zu einem Preis von 1,59 €/l getankt.

  • Energieträgerkosten 2022: 3.000l x 1,59 €/l = 4.770,00 €
  • Referenzpreis für Heizöl: 0,71 €/l, Steigerungsfaktor 1,7:
    0,71 €/l Referenzpreis x 1,7 Faktor = 1,21 €/l
  • potenzieller Zuschuss: 80% des gezahlten Preises, der über dem Referenzpreis von 1,21 €/l liegt;
    1,59€ - 1,21€ = 0,38 € (Differenz zum Referenzpreis)
    0,38 € x 3.000l = 1.140,00 € (Berechnungsgrundlage)
  • Potenzielle Hilfe: 80% von 1.140,00€ = 912,00 €






 09.02.2023 | 10:30 - 11:30 Uhr
Online-Infoveranstaltung
zur Heizkostenhilfe Berlin
Informationen & Anmeldung

Gaspreisbremse: Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz (EWPBG)

  • Betriebe, die nach Standardlastprofilen (SLP) oder mit registrierter Leistungsmessung (RLM) – für RLM aber mit einem Jahresverbrauch von unter 1,5 GWh – abgerechnet werden, erhalten für ein Grundkontingent der Gasverbrauchsmenge, das 80 Prozent der Jahresverbrauchsprognose beträgt, die der Abschlagszahlung aus September 2022 zugrunde gelegt wurde, einen staatlich garantierten Bruttopreis inklusive aller auch staatlich veranlassten Preisbestandteile von 12 Cent pro Kilowattstunde (9,5 Cent pro Kilowattstunde für Fernwärme).

  • Die Gaspreisbremse soll vom 1. März 2023 bis 30. April 2024 gelten. Für die Monate Januar und Februar 2023 erfolgt die Entlastung rückwirkend im März 2023.

  • Betriebe mit einem Gasverbrauch von mehr als 1,5 GWh im Jahr erhalten 70 Prozent ihres Gasverbrauchs, bezogen auf ihren Verbrauch im Jahr 2021, zu einem garantierten Preis von 7 Cent pro kWh netto (vor Netzentgelten, Messstellenentgelten und staatlich veranlassten Preisbestandteilen einschließlich der Umsatzsteuer). bzw. 7,5 Cent pro Kilowattstunde netto für Fernwärme. Diese Entlastung beginnt im Januar 2023.




Strompreisbremse: Strompreisbremsegesetz (StromPBG)

  • Betriebe unterhalb der Jahresverbrauchsschwelle von 30.000 kWh erhalten einen garantierten Preis von 40 Cent pro kWh brutto, also einschließlich Netzentgelten, Messstellenentgelten und staatlich veranlassten Preisbestandteilen (zu denen auch die Umsatzsteuer gehört). Dieser gilt für ein Grundkontingent von 80 Prozent der von der Netzentnahmestelle für 2022 prognostizierten vorliegenden Jahresverbrauchsprognose geteilt durch zwölf.

  • Betriebe mit einem Jahresverbrauch von mehr als 30.000 kWh erhalten einen garantierten Preis von 13 Cent pro kWh netto, also vor Netzentgelten, Messstellenentgelten und staatlich veranlassten Preisbestandteilen (zu denen auch die Umsatzsteuer gehört).

  • Die Strompreisbremse soll vom 1. Januar 2023 bis 30. April 2024 gelten, jedoch werden die Entlastungsbeträge der Strompreisbremse für die Monate Januar und Februar 2023 erst rückwirkend im März 2023 angerechnet werden.






Härtefallregelung

  • Das erste Hilfsprogramm des Landes Berlins ist zum 31.01.2023 gestartet. Mit der Heizkostenhilfe Berlin werden kleine und mittlere Betriebe entlastet, die mit nichtleitungsgebundenen Energieträgern wie Öl, Pellets, Kohle oder Flüssiggas heizen und im Jahr 2022 stark erhöhte Heizkostenrechnungen begleichen mussten. Informationen finden Sie am Beginn dieser Seite.

  • An einem weiteren Hilfsprogramm für Betriebe, in denen trotz der Strom- und Gaspreisbremse finanzielle Belastungen bestehen, die von den Betroffenen nicht ausgeglichen werden können, wird noch gearbeitet.
    Hiermit sollen auch kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, die trotz Strom- und Gaspreisbremse von besonders stark gestiegenen Strom- und Gaspreissteigerungen betroffen sind.

  • Für diese so betroffenen Betriebe will der Bund die Finanzierung in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung stellen, wenn Antragstellung und Abwicklung der Härtefallregelung für KMU über die Länder erfolgt.

Über weitere Neuerungen werden wir Sie zeitnah informieren.
Stand: 07.02.2023





Ansprechpartner

Ihre Fragen zu den geplanten Energiehilfen beantworten Ihnen gerne:



Referatsleiter Innovation und Umwelt



Beauftragte für Innovation und Technologie (BIT)*

Stephanie Flitz

Tel. +49 30 259 03 - 417
flitz--at--hwk-berlin.de

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* Die Beauftragten für Innovation und Technologie (BIT) der Handwerkskammer Berlin werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Die Tätigkeiten sind für Handwerksbetriebe daher kostenfrei.