Metallbauer*in, Ausbildung, Azubi, Auszubildende, Willkommen im Handwerk
Valentin Paster

Ausbildung und Weiterbildung | HANDWERK IN BERLIN 2023 - 1Ausbilder*innen als Vorbilder

Das Ausbildungspersonal nimmt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung und im Lernen der Auszubildenden ein. Es geht um die Vermittlung fachlicher Inhalte, aber auch um die Motivation der Azubis, ihre persönliche Entwicklung und die richtige Kommunikation. Ausbilder*innen, die sich hier engagieren, sind gute Vorbilder für den Nachwuchs im Handwerk. Da Sie als Betrieb natürlich mit einer Vielzahl von Anforderungen im Alltag konfrontiert sind, können Ihnen folgende neun Tipps dabei helfen, eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Die Tipps wurden von Ausbildern und Auszubildenden gemeinsam während eines Workshops der Handwerkskammer Berlin entwickelt.

1. Betriebliche Rahmenbedingungen

Wichtig ist, dass Sie ausreichend Ressourcen für die Ausbildung einplanen. Dazu gehören etwa Personalressourcen: Nicht alle Belange der Ausbildung müssen von einer Person allein übernommen werden, der Personaleinsatz sollte gut untereinander abgestimmt werden. Ebenso sollten Sie versuchen, sich genug Zeit für Ihre Azubis zu nehmen – auch wenn das manchmal schwierig sein kann.

2. Ausbildungsplanung

Auszubildende haben das Recht zu wissen, warum sie etwas wann tun sollen. Erstellen Sie deshalb einen betrieblichen Ausbildungsplan, um Ihren Azubis eine Orientierung zu geben über den Inhalt und den Verlauf der Ausbildung. Dafür ist es wichtig, die Unternehmensbereiche und Arbeitsprozesse zu erfassen, die konkreten Ausbildungsinhalte zu benennen und mit dem Ausbildungsrahmenplan abzugleichen.

3. Experimentierräume

Geben Sie Ihren Azubis eigene Projekte (z. B. Organisation eines Betriebsausflugs o. ä.). Das fördert das selbstorganisierte Lernen der Auszubildenden, die Team- und Kommunikationsfähigkeit und das Konfliktmanagement.

4. Lernbegleitung

Sorgen Sie für einen Wissenstransfer in Ihrem Betrieb: Die Älteren können den Jüngeren etwas beibringen, aber genauso kann das auch umgekehrt geschehen. Insbesondere vor dem Hintergrund der Veränderungen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, müssen wir uns alle kontinuierlich mit Neuem auseinandersetzen und dazulernen.

5. Kommunikation

Kritik an Auszubildenden soll und muss geäußert werden. Wenn sie jedoch verbale Grenzen überschreitet, kann dies zu Demotivation oder sogar einem Ausbildungsabbruch führen. Sie sollten Kritik konstruktiv äußern und Verbesserungsvorschläge machen. Fragen Sie ruhig nach dem Warum: Warum verhält sich die/der Auszubildende in einer bestimmten Art und Weise. Wenn Sie die Hintergründe des Verhaltens kennen, lassen sich Konflikte besser lösen.

5. Regelmäßiger Austausch

Auszubildende wollen ernst genommen werden und empfinden es als wertschätzend, wenn Sie sich Zeit für geplante und strukturierte Feedbackgespräche nehmen. Dort können Sie gemeinsam und in Ruhe – und nicht zwischen Tür und Angel – auf die Ausbildung schauen und prüfen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

6. Sexismus und sexuelle Belästigung

Sexismus reicht von scheinbar harmlosen Bemerkungen bis hin zu Demütigung und sexueller Belästigung. Nicht selten kommt es vor, dass sich niemand traut, für die Frauen Partei zu ergreifen. Informieren Sie als Betriebsinhaber*in deswegen Ihre Beschäftigten, was Sexismus und sexuelle Belästigung
sind und informieren Sie auch über mögliche Sanktionen.

8. Bedürfnisse erkennen: aktiv zuhören

Ausbildungspersonal ist nicht nur formal für die Ausbildung verantwortlich, sondern fungiert oft als „Begleitung in allen Lebenslagen“. Das gilt insbesondere dann, wenn in einem Betrieb sehr junge Azubis lernen. Diese sollten sich auch mal mit ihren privaten Sorgen an Sie wenden dürfen.

9. Vereinbarkeit

Wenn Sie Ihren Mitarbeiter*innen eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen, haben Sie auf dem Markt deutliche Wettbewerbsvorteile bei der Fachkräftegewinnung und -sicherung. Denn für viele Auszubildende hat die Vereinbarkeit einen hohen Stellenwert, entweder, weil sie bereits eine eigene Familie haben oder weil sie etwa einem regelmäßigen Hobby nachgehen. Bieten Sie z. B. flexible Arbeitszeiten an, wenn das die betrieblichen Rahmenbedingungen zulassen.



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GUT ZU WISSEN

Die nebenstehenden Tipps sind ein Auszug aus den Visionskarten „Gute Ausbildung im Handwerk“.

Fordern Sie diese gerne an bei:





Haben Sie Fragen?

Möchten Sie konkreter wissen, wie eine gute Ausbildungsplanung gelingen kann oder was mögliche Azubi-Projekte sein könnten? Wenden Sie sich gerne an Claudia Lange, Teamleiterin Ausbildungsberatung bei der Handwerkskammer Berlin:





Weitere Infos, Seminare für Ausbilder*innen und Ansprechpartner*innen ...

... finden Sie auf unserer Seite Ausbildungsqualität - Angebote für Ausbilder*innen. 



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