Zitrusblau GmbH erhält Franz-von-Mendelssohn-Medaille 2017

v. l. n. r.: Stephan Schwarz, Christina Claußen, Gerd Appenzeller, Ulrich Karpenstein, Antje Meyer, Beatrice Kramm, André-Patrice Kleine © Kerstin Jana Kater

Pressemitteilung der Handwerkskammer Berlin vom 12.10.2017

Für ihr besonderes soziales Engagement ist heute die Werbeagentur Zitrusblau GmbH aus Berlin-Tiergarten mit der Franz-von-Mendelssohn-Medaille geehrt worden. Das Berliner Unternehmen, das 1989 gegründet wurde und 17 Mitarbeiter/innen beschäftigt, übernimmt seit vielen Jahren soziale Verantwortung, hilft geflüchteten Menschen und ist ein gutes Beispiel für gelungene Inklusion.

Der Geschäftsführer des Unternehmens, Martin Keune, hat im März 2015 den Verein "Flüchtlingspaten Syrien e.V." mitgegründet. Der Verein übernimmt seitdem über Patenschaften die finanzielle Absicherung von Verpflichtungserklärungen, die zum Nachzug von Familienangehörigen geflüchteter Menschen abgegeben werden müssen. Weiterhin hat das Unternehmen die Ausbildung eines Schwerstbehinderten gegen viele bürokratische Widerstände durchgesetzt und beschäftigt ihn heute noch. Überhaupt macht sich der Geschäftsführer Keune des Unternehmens bei Politik und Verwaltung stark für die Unterstützung behinderter Menschen.

Die Franz-von-Mendelssohn-Medaille – verbunden mit 5.000 Euro Preisgeld – wurde von Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz und IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm überreicht. Der Gewinner und die Platzierten waren von einer Jury aus Wirtschafts- und Medienvertretern aus mehr als 30 Bewerbern ermittelt worden. Die Medaille erinnert an den früheren IHK-Präsidenten Franz von Mendelssohn (Amtszeit 1914-1931) und wird seit 2005 vergeben.

Auf den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Platz wählte die Jury die Kleine Reinigungs- und Dienstleistungsgesellschaft mbH aus Berlin-Prenzlauer Berg. Sie bietet gezielt jungen Menschen aus schwierigem familiärem Umfeld eine Chance auf eine Berufsausbildung und unterstützt die Azubis auch bis zum Ausbildungsziel. Außerdem gehen die Gewinne des Unternehmens in eine gemeinnützige Stiftung, mit der soziale Projekte gefördert werden sowie in Bildung und Gesundheit investiert wird.

Dritter und mit 2.000 Euro belohnt wurde die Pfizer Deutschland GmbH aus Berlin-Mitte. Dieses Unternehmen stellt seit nunmehr neun Jahren Mitarbeiter/innen frei, damit sie sich für verschiedene soziale Projekte während der Arbeitszeit engagieren können. Mehr als 700 Mitarbeiter/innen haben mittlerweile mehr als 2.800 Stunden soziales Engagement geleistet. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen eng mit der Caritas Berlin zusammen und kocht im Winterhalbjahr wöchentlich bei der Kältehilfe eine gesunde Mahlzeit, gibt Hilfebeutel für die hygienische Erstversorgung heraus und sammelt Kleiderspenden für die Kleiderkammern.

Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz sagte bei der Preisverleihung: "Unternehmen bewegen Berlin lautet das Motto unseres Wettbewerbs, der bereits zum zwölften Mal stattfindet. Wir wollen zeigen, wer in unserer Stadt etwas anschiebt, wer etwas bewegt und wer sich für diejenigen einsetzt, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.  Es gibt eine Vielzahl sozialer Aktivitäten in der Berliner Unternehmerschaft. Diese wollen wir einer breiten Öffentlichkeit sichtbar machen. Wir wollen zeigen, wie in Berlin mit freiwilligem Einsatz und ganz ohne staatliche Förderung etwas bewegt wird."

IHK-Präsidentin Dr. Beatrice Kramm sagte bei der Preisverleihung: "Wir wollen diese Aktivitäten würdigen, indem wir sie publik machen und zur Nachahmung anregen. Sie tun Gutes – und wir reden darüber. Wir finden es wichtig der Öffentlichkeit zu zeigen, wie viele Unternehmen sich für die Gesellschaft engagieren und sich an der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beteiligen. Wir wollen aber auch andere Unternehmen ermutigen, mitzumachen. Unser Aufruf an die Unternehmen der Stadt lautet:  Engagieren Sie sich! Gesellschaftlicher Einsatz lohnt sich. In mehrfacher Weise."

Hintergrund

Franz von Mendelssohn (1865-1935) stammte aus einer bekannten Berliner Unternehmer- und Künstlerfamilie, zu deren Vorfahren auch der Philosoph Moses Mendelssohn gehörte. Er führte viele Jahrzehnte das Bankhaus Mendelssohn & Co, das im 19. und 20. Jahrhundert zu den renommierten Privatbanken in Deutschland zählte. Mendelssohn war Mitglied der Industrie- und Handelskammer zu Berlin seit deren Gründung 1902 und deren Präsident von 1914-1931. In den Jahren 1921-1931, einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, stand Franz von Mendelssohn als Präsident dem Deutschen Industrie- und Handelstag vor. 1925 wurde er zum Vizepräsidenten der Internationalen Handelskammern gewählt, 1931 in Washington zu ihrem Präsidenten. Mendelssohns Wirken für die Allgemeinheit war beispielhaft. Er engagierte sich im Stifterverband der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und gehörte zu den Wegbereitern für die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, der heutigen Max-Planck-Gesellschaft. Er saß sowohl im Förderverein der Preußischen Staatsbibliothek als auch des Kaiser-Friedrich-Museums. Zudem war seine Villa im Grunewald ein beliebter Treffpunkt der Berliner Kulturszene.