Berliner Handwerk mit glänzenden Geschäften

Präsident Stephan Schwarz und Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke stellen die sehr gute Konjunktur im Berliner Handwerk vor © Handwerkskammer Berlin/Wolf

Pressemitteilung der Handwerkskammer Berlin vom 5. April 2017


Bestmarke aus dem Jahr 1991 erreicht / Fachkräfte dringend gesucht

Das Berliner Handwerk ist außerordentlich gut ins Jahr 2017 gestartet. Der Geschäftsklima-Index erreichte den bisherigen Allzeit-Höchstwert von 124 Punkten. „Seit 1991 waren die Berliner Handwerksbetriebe mit ihrer wirtschaftlichen Situation nicht mehr so zufrieden, wie sie es jetzt sind. Und auch für die Zukunft sind die Betriebe sehr optimistisch gestimmt“, sagten der Präsident der Handwerkskammer Berlin, Stephan Schwarz, und Kammer-Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage für das Frühjahr 2017.

Der Geschäftsklima-Index, der sowohl die aktuellen Einschätzungen der vergangenen sechs Monate als auch die Erwartungen der Betriebe für das kommende Halbjahr einschließt, kletterte auf 124 Punkte und erreichte damit den bisherigen Bestwert aus dem Herbst 1991. Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen der aktuellen Geschäftsergebnisse gewinnt vier Punkte und liegt damit mit 29 Punkten im Plus. Noch größer ist der Zugewinn, was die Erwartungen betrifft. Hier konnte der Stand vom Frühjahr 2016 nochmals um acht Zähler verbessert werden und liegt jetzt mit 20 Punkten im Plus. 88 Prozent der Betriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend.

„Das Berliner Handwerk befindet sich schon seit längerer Zeit in einem absoluten Höhenflug. Wie die Umfrageergebnisse zeigen, sind auch die Erwartungen der Betriebe an das kommende Halbjahr äußerst positiv“, sagte Kammerpräsident Schwarz. Dies sei vor allem auf die gute und anhaltend stabile Binnenkonjunktur zurückzuführen, die dem Handwerk eine stabile Nachfrage beschert, so Schwarz weiter.

Vor allem im  Baubereich profitieren die Betriebe von den anhaltend niedrigen Zinsen, die Investitionen in Immobilien sehr attraktiv machen. „Viele Hausbesitzer und Hausbauer investieren lieber in eine energetische Sanierung, anstatt ihr Kapital zu Nullzinsen zu parken. Hierdurch setzt sich das Ausbauhandwerk mit einem Geschäftsklimaindex von 130 Punkten an die Spitze aller Handwerke“, erläuterte Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke.

Grundlage für die großartige Stimmung im Berliner Handwerk ist nicht zuletzt die ausgezeichnete Auftragsreichweite, die im produzierenden Gewerbe (Bau- und Ausbaugewerke, Handwerk für den gewerblichen Bedarf) zehn Wochen beträgt. „Ein noch höherer Auslastungsgrad wird im Moment durch fehlendes Fachpersonal verhindert. Besonders betroffen sind hier die Ausbaugewerke“, so Präsident Schwarz. Auch für das kommende Halbjahr prognostizieren die Betriebe eine stabile Auftragslage. „Kurz gesagt: Wir gehen davon aus, dass auch das Jahr 2017 für das Handwerk ein sehr erfolgreiches Jahr werden wird“, so Schwarz weiter.

Auch der Berliner Arbeitsmarkt profitiert vom Handwerks-Hoch. Allerdings ist es für die Betriebe schwierig, geeignetes Fachpersonal zu finden. Trotz dieser nicht einfachen Ausgangslage haben 15 Prozent der Betriebe neues Personal eingestellt, 14 Prozent mussten Personal abbauen. Zum Teil waren diese Betriebe nicht in der Lage, ihre offenen Stellen mit Fachpersonal zu besetzen. Die weiterhin expansiv ausgerichteten Beschäftigungspläne zeigen, dass die Betriebe dennoch sehr optimistisch bleiben: Zurzeit haben 40 Prozent aller Betriebe offene Stellen und suchen Personal.