Wir sagen NEIN zu Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit! Die Wirtschaftsverbände und Kammern in Berlin verurteilen die rassistischen Planspiele rechtsextremer Gruppierungen zur systematischen Ausweisung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
Bildcollage mit vier Berliner Handwerker*innen
Fotos 1-3: Valentin Paster; Foto 4: Konstantin Gastmann

ERKLÄRUNG DER BERLINER WIRTSCHAFT
01.02.2024

Die Wirtschaftsverbände und Kammern in Berlin verurteilen die rassistischen Planspiele rechtsextremer Gruppierungen zur systematischen Ausweisung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Kaum eine andere Stadt in der Bundesrepublik ist so stark von Weltoffenheit und Vielfalt geprägt wie Berlin. Umso schwerer wiegen die menschenfeindlichen Überlegungen für die Stadt und den Wirtschaftsstandort. Wir alle sind aufgefordert, rassistischer Hetze entgegenzutreten.

Berlin ist die Stadt der Vielfalt

Internationalität ist Teil der DNA der Berliner Unternehmen und ihrer Belegschaften. Hier leben und arbeiten Menschen aus 170 Nationen, fast 40 Prozent der Berlinerinnen und Berliner haben einen Migrationshintergrund. Diese Menschen tragen dazu bei, dass jeden Tag in Berlin Waren produziert werden, Dienstleistungen verfügbar sind und Innovationen entstehen können.

Darauf sind wir als Berliner Wirtschaft sehr stolz.

Damit es unserer Stadt gut geht, sind wir zwingend auf ausländische Fach– und Arbeitskräfte angewiesen. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist die Beschäftigung von ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in Berlin um rund 60 Prozent gestiegen. Das Beschäftigungswachstum bei Menschen mit deutschem Pass lag bei nur sechs Prozent, Deutsche mit Migrationshintergrund eingerechnet. Wir haben rund 90.000 unbesetzte Stellen in Berlin – eine Situation, die sich mit dem demografischen Wandel weiter zuspitzen wird.

Wertschöpfung ohne die Leistung ausländischer Fach– und Arbeitskräfte, Studierender und Unternehmen ist unmöglich.

Faire Wahlen, eine freie Meinungsäußerung und die Kontrolle der Exekutive durch Legislative und Judikative sichern langfristig den Wohlstand. Viele empirische Studien belegen die positive Wechselwirkung von Demokratie, Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Rechtsextremismus ist deshalb eine Gefahr für unsere wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit, Innovationsfähigkeit und die damit verbundenen Arbeitsplätze. 

Ja, Berlin ist attraktiv. Menschen kommen gern nach Berlin und verbinden damit die Hoffnung auf eine berufliche Karriere, ein besseres Leben oder einen sicheren Zufluchtsort. Im Schnitt kommt jede sechste internationale Fachkraft, die nach Deutschland einwandert, zu uns. Rund ein Viertel der 200.000 Studierenden der Berliner Universitäten und Hochschulen stammt aus dem Ausland. Im vergangenen Jahr hatten 22 Prozent der Auszubildenden in Berlin eine ausländische Staatsbürgerschaft, ein Anstieg von 70 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Diese Attraktivität ist keine Selbstverständlichkeit. Schlagzeilen in internationalen Zeitungen, im Internet oder auf Social Media über die jetzt bekanntgewordenen rechtsextremen Gedankenspiele werfen ihre Schatten auf Berlin, auf Deutschland insgesamt.

Wir alle sind jetzt gefragt, Rassismus, Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit die rote Karte zu zeigen: Ja zu einem weltoffenen, vielfältigen Berlin. Nein zu rechter Hetze!

Grafik mit der Aufschrift: Wir sagen Nein zu Rassismus

Unterzeichnet von

Architektenkammer Berlin, BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.; Berlin Event Network e.V. (BEN); BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e.V.; Bauindustrieverband Ost e. V.; Clubcommision e.V.; DEHOGA Berlin; DIE FAMILIENUNTERNEHMER Berlin e.V.; Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.; Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg e. V.; Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB); Handwerkskammer Berlin; IHK Berlin; INTOURA e.V.; IVD Berlin-Brandenburg e.V. – DIE IMMOBILIENUNTERNEHMER.; medianet berlinbrandenburg e.V.; Ostdeutscher Bankenverband e.V.; SIBB – Verband der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin und Brandenburg e.V.; Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB); Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI); Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) Landesverband Nordost; Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. Ost (VDMA) und ZVEI e. V. Verband der Elektro- und Digitalindustrie

 

Rückfragen

Elke Sarkandy, Abteilungsleiterin Kommunikation,
Telefon: +49 30 259 03-230
sarkandy@hwk-berlin.de