Umwelt & Energie


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Betriebsberatung zum Thema Umweltschutz und Energieeffizienz

Die Umweltberatung der Handwerkskammer berät alle Berliner Betriebe zu umweltrelevanten Themen. Die kostenlose Beratung steht allen Mitgliedsbetrieben offen, die sich zum Beispiel über folgende Schwerpunkte informieren möchten:

  • Gesetzliche Bestimmungen im Umweltbereich
  • Einsatz moderner Technik zur Minderung von Emissionen
  • Abfallvermeidung, Trennung und Abfallentsorgung (ordnungsgemäße Verwertung oder Beseitigung von Produktionsabfällen)
  • Umgang mit Gefahrstoffen und Altlasten
  • Energie- und Materialeinsparung
  • Einführung eines Umweltmanagementsystems im Unternehmen
  • Vorschriften und Ausnahmeregelungen zur Berliner Umweltzone

Kontakt

Gerne können Sie einen Beratungstermin vereinbaren. Ihre Fragen aus den Bereichen Umwelt und Energie richten Sie bitte an den Beauftragten für Innovation und Technologie (BIT):

Dr. Martin Peters

Telefon +49 30 259 03 - 460
E-Mail peters(at)hwk-berlin.de

Neue Zwischenlösung für Styropor-Abfälle

Die Einstufung von Bauabfällen als gefährlicher Abfall, die große Anteile Polystyrol enthalten (EPS oder XPS, umgangssprachlich STYROPOR genannt), ist auf Beschluss von Bundesrat und Bundesregierung im Dezember 2016 bis Ende 2017 ausgesetzt. Das führt in den betroffenen Handwerksbetrieben, die große Schwierigkeiten und hohe Kosten für die Entsorgung dieser Abfälle hatten, zu einiger Erleichterung.

In 2017 können diese Abfälle wieder mit dem normalen Bauabfall entsorgt und in normalen Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden. Damit wurde die im Herbst 2016 erfolgte Einstufung befristet wieder aufgehoben.

Hintergrund der Einstufung als gefährlicher Abfall ist, dass zwischen 1955 und 2015 diesem Material das Flammschutzmittel HBCD zugesetzt wurde, dass auf Grund seiner Umweltgefährlichkeit nur noch  in entsprechend zugelassenen Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden sollte. Die fehlende Zulassung entsprechender Anlagen führte bundesweit zu Engpässen bei der Annahme und Verbrennung. Gleichzeitig stiegen die Preise für die Entsorgung auf bis zu 8.000 Euro pro Tonne.

Eine dauerhafte Rücknahme der Einstufung als gefährlicher Abfall wurde im Bundesrat abgelehnt. Jetzt müssen die zuständigen Behörden und Entsorgungsbetriebe den Zeitraum von einem Jahr dafür nutzen, um die Entsorgungsstrukturen bundesweit an die veränderten Anforderungen anzupassen.

Für die Entsorgung gefährlicher Abfälle in Berlin und Brandenburg ist die Sonderabfallgesellschaft SBB verantwortlich. Sie hat auf Ihrer Internetseite Informationen über die rechtliche Situation und Annahmestellen in der Region zusammengestellt. Auch nach der befristeten Rücknahme der Einstufung als gefährlicher Abfall können diese Entsorgungsstrukturen natürlich weiter genutzt werden, wenn das wirtschaftlich vertretbar ist.

Bis Ende 2017 dürfen HBCD-haltige Dämmstoffe noch als Neuware vertrieben und auch verarbeitet werden, wenn sie entsprechend gekennzeichnet sind. Betriebe sollten im Einkauf darauf achten, diese Platten nicht mehr zu verwenden, da mittlerweile alle europäischen Hersteller auf die Verwendung der Substanz verzichten. Seit 2014 wird das deutlich weniger umweltschädliche Flammschutzmittel Polymer-FR fast flächendeckend eingesetzt.

Sollten Sie weitere Informationen zu diesem Thema benötigen, wenden Sie sich bitte an die Umweltberatung der Handwerkskammer.

Konkrete Handlungsempfehlungen entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt Styropor HBCD (Stand: Februar 2017).

Abfalltransport ist anzeigepflichtig - Meldepflicht für Handwerker

Seit Juni 2014 sind Handwerker, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit Abfälle transportieren, zu einer Anzeige bei der Umweltverwaltung verpflichtet. Diese Pflicht ergibt sich aus europäischen Vorschriften, die in Deutschland mit der Anzeige- und Erlaubnisverordnung (AbfallAEV) umgesetzt werden.

Neben gewerblichen Transporteuren und Abfallmaklern müssen jetzt auch Gewerbebetriebe, die im Rahmen ihrer Tätigkeit regelmäßig Abfälle transportieren, diese Tätigkeit anzeigen.

Das gilt zum Beispiel für

  • Maler, die Altmaterial in den Betrieb mitnehmen
  • Fliesenleger, die herausgeschlagene alte Fliesen zum Sammelplatz oder der Entsorgungsanlage transportieren
  • Baubetriebe, die Altholz, ausgebaute Fenster, entfernte Dachpappe oder ähnliches nicht direkt über einen Containerdienst entsorgen sondern selbst transportieren

In unserem Merkblatt zur Abfall-Meldepflicht erfahren Sie, wie der Verordnungsgeber den regelmäßigen Abfalltransport definiert und wie Sie in Berlin am elektronischen Abfall-Anzeige-Verfahren teilnehmen können.

Energieaudit ist ab 2016 Pflicht für Nicht-KMU

Seit 5. Dezember 2015 müssen alle Unternehmen die nach der Definition der EU kein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind, ein Energieaudit durchgeführt haben.

Das trifft auch einige Handwerksbetriebe, denn bei die Kriterien Mitarbeiterzahl (mehr als 250 Vollarbeitsplätze) und Jahresumsatz (größer 50 Mio. Euro) bzw. Bilanzsumme (größer 43 Mio. Euro) muss nur eines (Arbeitsplätze oder Umsatz) überschritten sein, um als Nicht-KMU zu gelten. Damit können sehr personalintensive oder umsatzstarke Handwerksbetriebe von der Vorschrift betroffen sein.

Auch Betriebe, die mit Partnerunternehmen oder anderen Unternehmen rechtlich oder von den Besitzverhältnissen verbunden sind, unterliegen den Pflichten zum Energieaudit, wenn sich mehr als 25 Prozent des Kapitals oder der Stimmrechte im Besitz von Nicht-KMU (auch außerhalb der EU!) befinden. Die Regeln in diesem Punkt sind sehr komplex und im Zweifelsfall in einer Einzelfallprüfung zu klären.

 

Neuer Stichtag: 31.12.2016

Betroffene Unternehmen, die zum Stichtag 05.12.2015 kein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchgeführt haben, müssen bis spätestens zum 31.12.2016 eine Zertifizierung nach ISO 50001 durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle (ZDH-ZERT) bzw. eine EMAS-Validierung nachweisen.(Details zur Verlängerung des Stichtages nachlesen)

 

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU):

Alle selbständigen Unternehmen, die die Kriterien als KMU erfüllen, sind von der Pflicht zur Erstellung eines Energie-Audits befreit, also auch die meisten Handwerksbetriebe.
Trotzdem kann es bei einem hohen Energieverbrauch sinnvoll sein, die jährlichen Kosten in diesem Bereich zu bilanzieren und Einsparmöglichkeiten zu untersuchen.

 

Das Energieaudit nach Energiedienstleistungsgesetz

Betroffene Unternehmen müssen ein Audit durchführen, das den Anforderungen der DIN EN 16247-1 entspricht. Das kann von einem externen Gutachter oder intern durchgeführt werden. Voraussetzung für die Durchführung ist die Unabhängigkeit des Auditors. Wird das Audit von einer unternehmensinternen Person durchgeführt, ist sie direkt der Unternehmensleitung zu unterstellen und in dieser Funktion weisungsfrei. Die Person darf nicht mit Aufgaben betraut sein, die im Audit überprüft werden.

  • Das Audit muss mindestens 90 % des Gesamtenergieverbrauchs erfassen.
  • Die Untersuchung muss auf aktuellen, gemessenen und belegbaren Energieverbrauchsdaten beruhen.
  • Es schließt ein Prüfung des Energieverbrauchsprofils der Gebäude, Anlagen, Betriebsabläufe und den Transportsektor mit ein.
  • Die erfassten Daten müssen für die Ermittlung der Gesamtenergieeffizienz repräsentativ sein.

Das Audit ist nach der Erstdurchführung im Laufe von jeweils 4 Jahren zu wiederholen. 

 

Ausnahmen für Betriebe mit Energiemanagement bzw. Umweltmanagement

Von der Pflicht zum Energieaudit sind Unternehmen freigestellt, die ein Energiemanagement nach DIN EN ISI 50 001 oder ein Umweltmanagement nach EMAS eingerichtet haben oder einführen wollen. Dafür lässt ihnen der Gesetzgeber ein Jahr mehr Zeit (Beginn der Einführung bis Ende 2016).

Die Einhaltung des Gesetzes wird von Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) stichprobenartig kontrolliert. Können Unternehmen nach der Aufforderung keinen Nachweis über die Durchführung des Audits oder eine Freistellung vorlegen, drohen wegen der Missachtung Geldbußen bis zu 50.000 Euro für diese Ordnungswidrigkeit.