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Betriebsbewertung

Der Wert des eigenen Betriebes ist ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung der Unternehmensnachfolge, aber auch bei Ausscheiden oder Eintritt eines neuen Gesellschafters. Wie wird dieser Wert ermittelt? Und welches Verfahren ist für Ihren Betrieb geeignet?

Beim Kaufpreis sind Käufer und Verkäufer häufig nicht sofort einer Meinung. Während der Käufer einen möglichst niedrigen Preis bezahlen will, überschätzt der Verkäufer häufig den Wert seines Betriebes.

Für die Bewertung eines Betriebes existiert kein verbindliches Verfahren. Im folgenden sind einige für Handwerksbetriebe gängige Verfahren dargestellt:

Vergleichswertverfahren

Was kosten die Anderen? Diese Methode kann angewendet werden in Branchen, in denen Übertragungen vergleichbarer Unternehmen häufig sind. Zum Beispiel bei Reinigungen, Brauereien und freiberufliche Praxen findet es häufige Anwendung. Als Verhandlungsbasis werden die Preise bisheriger Transaktionen herangezogen. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen dieser Branchen ist die Preisermittlung über Vergleichsdaten üblich.

Im Handwerk wird diese Methode in der Regel nicht angewendet.

Substanzwertverfahren

Als Unternehmenswert wird der Zeitwert aller Gegenstände des Betriebsvermögens angenommen. Sogenannte stille Reserven werden also aufgelöst. Schulden bleiben unberücksichtigt. Diese Methode der Wertermittlung ist besonders in Kleinbetrieben verbreitet. Für die Berechnung kann auf Experten der Handwerksorganisation oder freiberufliche Spezialisten zurückgegriffen werden.

Sie benötigen eine Bewertung Ihres betrieblichen Anlagevermögens?

Diese Dienstleistung wird von den technischen Betriebsberatern angeboten. Lassen Sie sich die verwendeten Bewertungsverfahren und den Ablauf einer solchen Bewertung erklären! Es besteht die Möglichkeit sowohl unbewegliches Anlagevermögen (Grundstücke und Immobilien) sofern sie zu einen Handwerksbetrieb gehören, als auch das bewegliche Anlagevermögen des Betriebes (Maschinen, Geräte, Werkzeuge, Einrichtung und Fahrzeuge) bewerten zu lassen.

Ertragswertverfahren

Wer den Betrieb weiterführen will, interessiert sich weniger für den Wert des Betriebsvermögens, sondern eher für die zukünftigen Gewinnchancen. Deshalb hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass nur der Ertragswert Grundlage der Unternehmensbewertung sein kann. Dieser objektive Wert ist der Barwert der künftigen Überschüsse der Einnahmen über die Ausgaben. Die Schätzung der zukünftigen Erträge beruht auf den Betriebsergebnissen der vergangenen drei Jahre und wird vereinfacht wie folgt berechnet:

     Betriebsergebnis der letzten 3 Jahre (Durchschnitt)
-    kalkulatorischer Unternehmerlohn
-    außerordentliche Erträge
+   außerordentliche Aufwendungen
=   durchschnittliches Betriebsergebnis

Kombination von Ertragswert und Substanzwert

Gerade bei kleineren Handwerksbetrieben erscheint es sinnvoll, sowohl den Ertragswert als auch den Substanzwert in die Kaufpreisberechnung einzubeziehen. Der Gesamtpreis des Unternehmens ergibt sich dann aus der Summe der beiden Werte.

Bewertung durch die Handwerkskammer Berlin

Ein kostenfreier Service der Handwerkskammer

Die Betriebsberatung der Handwerkskammer Berlin bietet für alle Mitgliedsbetriebe den unentgeltlichen Service einer Betriebsbewertung (Kombination von Ertragswert und Substanzwert) an. 

Bitte vereinbaren Sie einen Termin beim Sekretariat der Betriebsberatung.

Terminvereinbarung

Sekretariat Betriebsberatung

Förderung der Beratung durch das BMWi