Coron-Hilfen für Unternehmen
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Finanzielle Hilfen für Betriebe

Hier finden Sie alle Informationen zu Corona-Hilfen für Betriebe und Selbstständige, Kurzarbeit sowie Ansprechpartner*innen der Handwerkskammer Berlin.

Liquiditätshilfen und außerordentliche Wirtschaftshilfe

Der  Bund und derBerliner Senat haben Maßnahmenpakete beschlossen, mit denen Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt werden.



Überbrückungshilfe IV

Für den Zeitraum 1. Januar – 31. März 2022 wird die Überbrückungshilfe als Überbrückungshilfe IV fortgeführt. Die wesentlichen Merkmale der   Überbrückungshilfe III Plus bleiben bestehen:

  • Grundlegende Antragsvoraussetzung ist weiterhin ein durch Corona-bedingter Umsatzrückgang von 30 Prozent in den einzelnen Fördermonaten Januar 2022, Februar 2022 und März 2022 im Vergleich zum Referenzzeitraum 2019.

  • Es erfolgt weiterhin eine gestaffelte, monatliche Fixkostenerstattung in Höhe von:
    90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch,
    60 Prozent der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 Prozent,
    40 Prozent der Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent
    jeweils pro Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Vergleichsmonat des Jahres 2019. Es erfolgt keine Erstattung bei Umsatzeinbruch von weniger als 30 Prozent im betreffenden Monat.

  • Auch die förderfähigen Kostenpositionen bleiben weitgehend unverändert. So können weiterhin die Kosten für Miete, Pacht, Zinsaufwendungen für Kredite, Ausgaben für Instandhaltung, Versicherungen usw. geltend gemacht werden. Neu ist jedoch, dass Kostenpositionen, wie Modernisierungs- oder Renovierungsausgaben, künftig nicht mehr förderfähig sind.

  • Unternehmen, die pandemiebedingt besonders schwer betroffen sind, erhalten einen zusätzlichen modifizierten und verbesserten Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung. Wenn sie durchschnittlich im Dezember 2021 und Januar 2022 einen durch Corona bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent aufweisen, können sie in der Überbrückungshilfe IV einen Zuschlag von bis zu 30 Prozent auf die Fixkostenerstattung nach Nr. 1 bis 11 des Katalogs unter der Frage 2.4 in den  FAQ zur „Corona-Überbrückungshilfe IV“ erhalten.

  • Der maximale monatliche Förderbetrag liegt weiterhin bei 10 Mio. Euro.

Die  Antragstellung erfolgt bundeseinheitlich über die Webseite  www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de:

  • Grundsätzlich erfolgt die elektronische Antragstellung über einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder steuerberatende Rechtsanwälte).

  • Sollten Sie Hilfe bei der Beantragung benötigen, so möchten wir Sie auf einen Service der  Steuerberaterkammer Berlin hinweisen: Sie bietet Ihnen online eine Liste mit den Kontaktdaten von Kanzleien, die sich bereit erklärt haben, hilfesuchende Unternehmen bei der Beantragung zu unterstützen. Die Liste wird dort regelmäßig aktualisiert.

  • Die Beantragung ist bis zum 30. April 2022 möglich.

Ausführliche Informationen finden Sie in den  FAQ zur „Corona-Überbrückungshilfe IV“ sowie auf der entsprechenden  Informationsseite der IBB.





Neustarthilfe 2022

Mit der Neustarthilfe 2022 können Solo-Selbständige (auch mit Personengesellschaft) weiterhin pro Monat (für die Monate Januar 2022, Februar 2022, März 2022) bis zu 1.500 Euro an direkten Zuschüssen als Betriebskostenpauschale erhalten, insgesamt für den verlängerten Förderzeitraum also bis zu 4.500 Euro. Die übrigen Zugangsvoraussetzungen entsprechen denen der  Neustarthilfe Plus . Die Direktantragstellung erfolgt bundeseinheitlich über die Webseite  www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.deDie Antragsfrist endet am 31.03.2022.

Ausführliche Informationen finden Sie in den  FAQ zur „Neustarthilfe 2022“ sowie auf der entsprechenden  Informationsseite der IBB.





Überbrückungshilfe III Plus

Die Bundesregierung verlängert die  Überbrückungshilfe III Plus für betroffene Unternehmen und Solo-Selbstständige. Neben den Anträgen für die Fördermonate Juli 2021 bis September 2021 können nun auch Anträge für die Monate Oktober bis Dezember 2021 gestellt werden.

Die aus der Überbrückungshilfe III bekannten Förderbedingungen (inklusive der Möglichkeit von Abschlagszahlungen) werden in der Überbrückungshilfe III Plus fortgeführt und erweitert.

  • Antragsberechtigt sind weiterhin Unternehmen, die einen Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent zu verzeichnen haben.

  • Es muss ein neuer Antrag gestellt werden; ein Änderungsantrag auf die Überbrückungshilfe III reicht nicht aus.

  • Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über prüfende Dritte über das bekannte Corona-Portal des Bundes ( www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de)

  • Die Beantragung und eine Änderung der Kontoverbindung sind bis zum 31. März 2022 möglich.

Neu im Rahmen der Überbrückungshilfe III Plus sind folgende Förderungen:

  • Restart-Prämie: Betriebe, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Zahl der Beschäftigten erhöhen, erhalten wahlweise zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) als Zuschuss. Sie erhalten auf die Differenz der tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021 einen Zuschuss von 60 Prozent. Im August beträgt der Zuschuss noch 40 Prozent und im September 20 Prozent. Nach September 2021 wird kein Zuschuss mehr gewährt (siehe Frage 2.9 in den  FAQ zur „Corona-Überbrückungshilfe III Plus“).

  • Ersetzt werden künftig Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Betrieben in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit (siehe Kostenart 18 unter der Frage 2.4 in den  FAQ zur „Corona-Überbrückungshilfe III Plus“).

Die maximale monatliche Förderung für die Überbrückungshilfe III Plus sowie für die Überbrückungshilfe III beträgt 10 Mio. Euro.

Ausführliche Informationen finden Sie in der  FAQ zu den außerordentlichen Wirtschaftshilfen sowie auf der  entsprechenden Informationsseite der IBB.





Neustarthilfe Plus

Die Neustarthilfe für Solo-Selbstständige wird analog zur Überbrückungshilfe III in Form der  Neustarthilfe Plus verlängert. Neben den Anträgen für die Fördermonate Juli 2021 bis September 2021 können nun auch Anträge für die Monate Oktober bis Dezember 2021 gestellt werden.

Die Förderbedingungen werden analog zur Neustarthilfe für Solo-Selbstständige fortgeschrieben:

  • Bei einem Umsatzeinbruch von mindestens 60% im Vergleich zum Referenzumsatz 2019 wird ein Zuschuss gewährt in Höhe von 50% der Umsätze im Referenzzeitraum 2019, maximal bis zu 1.500 Euro pro Fördermonat.

  • Es muss ein neuer Antrag gestellt werden; ein Änderungsantrag auf die Neustarthilfe reicht nicht aus. Die beiden Förderzeiträume müssen separat beantragt werden.

  • Die Antragstellung kann in Form einer Direktbeantragung oder über prüfende Dritte erfolgen.

  • Die Beantragung für beide Förderzeiträume sowie eine Änderung der Kontoverbindung sind bis zum 31. März 2022 möglich.

  • Ferner können im digitalen Antragssystem Änderungsanträge zu bewilligten oder teilbewilligten Anträgen gestellt werden sowie Kontoverbindungen korrigiert werden.

Ausführliche Informationen finden Sie in der  FAQ zur „Neustarthilfe Plus“ sowie auf der  entsprechenden Informationsseite der IBB.





Härtefallhilfen des Bundes

Die Härtefallhilfen unterstützen Betriebe und Solo-Selbständige, die infolge der Corona-Pandemie in Not geraten sind, im besonderen Einzelfall. Sie richten sich speziell an solche Unternehmen, bei denen die bestehenden Corona-Hilfen des Bundes, der Länder und der Kommunen nicht greifen, zum Beispiel die Überbrückungshilfen, die Novemberhilfe und die Dezemberhilfe. Das jeweilige Bundesland legt die Antragsvoraussetzungen im Detail fest.

Nachfolgend erläutern wir Ihnen die  Härtefallhilfe in Berlin:

  • Ziel der Härtefallhilfen ist es, diejenigen Betriebe und Solo-Selbständigen zu unterstützen, die aufgrund von speziellen Fallkonstellationen unter den bestehenden Hilfsprogrammen von Bund und Ländern nicht berücksichtigt sind, die grundsätzlich aber förderwürdige Fixkosten aufweisen, und deren wirtschaftliche Not existenzbedrohend ist und eindeutig durch die Corona-Pandemie bedingt wurde. Eine existenzbedrohende Situation liegt im Sinne des Programms dann vor, wenn der Fortbestand des Unternehmens absehbar nicht gesichert ist und die Lage auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist.

  • Antragsberechtigt sind Betriebe, die sich in einer existenzbedrohenden Situation befinden, die auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist, und die aktuell keinen Zugang zu einem Corona-Hilfsprogramm des Bundes und des Landes Berlin haben. Beide Merkmale müssen geprüft sein und im Antrag begründet werden.

  • Die  Antragstellung muss über einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder steuerberatende Rechtsanwälte) erfolgen und ist bis zum 30. April 2022 möglich.

  • Die Höhe der Unterstützungsleistung orientiert sich grundsätzlich an den förderfähigen Tatbeständen der Überbrückungshilfe III, d. h. insbesondere an den förderfähigen Fixkosten. Die Förderung im Förderzeitraum von November 2020 bis Dezember 2021 beträgt mindestens 2.000 Euro und sollte im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen.

Ausführliche Informationen können Sie den  Fragen und Antworten zur Härtefallhilfe in Berlin sowie den  Informationen zur Härtefallhilfe der IBB entnehmen.





Kredite für Unternehmen von der KfW

Auch die KfW wird kurzfristig die Versorgung der Unternehmen mit Liquidität unterstützen. Hierzu könne Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht um Zuschüsse handelt.

KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen





KfW-Schnellkredit 2020 für alle Unternehmen, unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten: Beantragung über Ihre Bank oder Sparkasse

Für Anschaffungen wie Maschinen und Ausstattung (Investitionen) und alle laufenden Kosten wie Miete, Gehälter oder Warenlager (Betriebsmittel) können Betriebe (unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten) den neuen KfW-Schnellkredit 2020 bei Ihrer Bank oder Sparkasse bis zum 30. April 2022 beantragen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • kleinere und große Kreditbeträge - bis zu 2.300.000 Euro
  • bis zu 10 Jahre Laufzeit
  • auf Wunsch bis zu 2 tilgungsfreie Jahre zu Beginn
  • 100 % Risikoübernahme durch die KfW, d. h., bei Ihrer Bank verbleibt kein Kreditausfallrisiko
  • keine Sicherheitenstellung durch Sie notwendig – Ihre Hausbank holt nur eine aktuelle Schufa-Auskunft ein

Wichtige Fördervoraussetzungen:

  • Ihr Betrieb ist mindestens seit Januar 2019 am Markt.
  • Ihr Betrieb muss zuletzt Gewinn erzielt haben – entweder im Jahr 2019 oder in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 (bzw. seit Sie am Markt aktiv sind, falls der Zeitraum kürzer ist). Das heißt, ab sofort genügt es, wenn ein Gewinn im Jahr 2019 vorlag.

Ausführliche Informationen finden Sie auf der Webseite der KfW unter KfW-Schnellkredit 2020.





Kurzarbeit

Als Betrieb haben Sie die Möglichkeit, für Ihre Beschäftigten Kurzarbeit zu beantragen. Informationen dazu finden Sie auf dieserInternetseite der Bundesagentur für Arbeit.

Bitte beachten Sie auch die FAQ zum Thema  Corona-Virus: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld, die auch entstandene Fragestellungen in Bezug auf 3G-, 2G- oder 2Gplus-Regelungen in Betrieben beinhaltet.

Informationen zu den Abschlussprüfungen nach dem Ende der Kurzarbeit

  • Die Bundesagentur für Arbeit (BA) beginnt schrittweise mit den Abschlussprüfungen in allen Betrieben, die Kurzarbeit beendet haben. Dafür müssen die betreffenden Betriebe Unterlagen an die BA übersenden. Hierdurch entsteht für die Betriebe ein zusätzlicher Aufwand, der jedoch nach Aussage der BA leider nicht zu vermeiden ist. Sie bittet dafür um Verständnis und setzt alles daran, so aufwandsschonend wie möglich vorzugehen.

  • In einem Schreiben wird jedem Betrieb individuell mitgeteilt, zu welchem Termin welche Unterlagen, für welche Zeiträume und für welche Mitarbeiter übersandt werden müssen. 

Folgende Unterlagen werden unter anderem für die Abschlussprüfung benötigt:

  • Arbeitszeitnachweise und Arbeitszeitkonto: Diese können formlos in schriftlicher oder in digitaler Form im Betrieb geführt werden.

  • Entgeltabrechnungen: Das heißt, Gehalts- oder Lohnabrechnungen.

  • Die Einzelvereinbarung mit Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oder die Betriebsvereinbarung mit Ihrem Betriebsrat über die Einführung von Kurzarbeit

  • Kündigungsschreiben und/oder Aufhebungsverträge

  • Urlaubsplan oder Urlaubsliste

Daneben können je nach Fallgestaltung folgende Unterlagen zusätzlich benötigt werden:

  • Lohnjournale

  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

  • Berechnungsprotokoll von Soll- und Ist-Entgelt für das Kurzarbeitergeld

  • Nachweis des Kinderfreibetrags bei Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit der Steuerklasse V und VI (zum Beispiel durch Kindergeldbescheid oder Lohnsteuermerkmale des Ehepartners)

  • Auftragsbücher und betriebswirtschaftliche Auswertungen

  • Auszahlungsnachweise: Dies ist der Nachweis, dass das Kurzarbeitergeld von Ihnen an die Arbeitnehmer ausgezahlt worden ist (zum Beispiel durch Kontoauszug, Quittung).

  • Die Unterlagen für die Abschlussprüfung können und sollten datenschutzkonform, einfach, schnell und komfortabel ohne vorherige Registrierung  hochgeladen werden:  www.arbeitsagentur.de/unternehmen/kurzarbeitergeld-dokumente-hochladen

  • Bitte achten Sie darauf, die angeforderten Unterlagen vollständig und termingerecht zu übersenden. Sollte dieses nicht möglich sein, ist eine Mitteilung der Hinderungsgründe hilfreich.

  • Für die Beantwortung häufig auftretender Fragen rund um das Thema Abschlussprüfungen hat die BA die  FAQ: Abschlussprüfungen nach dem Ende der Kurzarbeit veröffentlicht.

  • Weitere Rückfragen können Sie gerne an folgende Mail-Adresse senden:   Berlin-Brandenburg.Marktentwicklung-Migration@arbeitsagentur.de


Befristete Erhöhung des Kurzarbeitergeldes bis zum 31.03.2022

  • Das Kurzarbeitergeld (KUG) erhöht sich ab dem vierten Bezugsmonat auf 70 Prozent (beziehungsweise 77 Prozent für Personen, die mindestens ein Kind haben) und ab dem siebten Bezugsmonat auf 80 Prozent (beziehungsweise 87 Prozent für Personen, die mindestens ein Kind haben).

  • Voraussetzung ist jedoch, dass im jeweiligen Kalendermonat für die Arbeitnehmerin bzw. den Arbeitnehmer ein Arbeitsausfall mit Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent vorliegt.

  • Die Regelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes (auf 70/77 Prozent ab dem vierten Monat und 80/87 Prozent ab dem siebten Monat) wird bis zum 31. März 2022 verlängert für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist. Auch Beschäftigte, die einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld erstmals nach dem 31. März 2021 erworben haben, können in der Zeit von Januar 2022 bis März 2022 einen Anspruch auf die erhöhten Leistungssätze haben.
     

Befristete Hinzuverdienstmöglichkeiten während der Kurzarbeit gelten bis 31.03.2022

  • Die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen, wonach das Entgelt aus einer während der Kurzarbeit aufgenommenen geringfügig entlohnten Beschäftigung anrechnungsfrei bleibt, gelten bis zum 31.03.2022.

Hinweise zur Beantragung von Kurzarbeitergeld (KUG)
 

  • Vor der Beantragung von Kurzarbeitergeld aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus muss die zuständige Agentur für Arbeit ( zur PLZ-Suche) durch den Betrieb kontaktiert werden. Denn Kurzarbeitergeld kann nur über eine Anzeige zum Arbeitsausfall durch den Arbeitgeber erfolgen. Die zuständige Agentur prüft, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind.

  • Die Höhe des individuellen KUG-Anspruchs der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist vom Arbeitgeber zu errechnen und auszuzahlen. Dies gilt auch für die höheren KUG-Ansprüche.

  • Die Erstattung des KUG erfolgt auf Antrag, monatlich nachträglich. Der genaue Arbeitsausfall ist für jeden Arbeitnehmer einzeln in der Abrechnungsliste aufzuführen. Kurzarbeitergeld kann nicht als Vorschuss oder Abschlag gezahlt werden. 

  • Für die Beantragung und Abrechnung stehen der einseitige Kurzantrag und die aktualisierte  Abrechnungsliste im Downloadcenter auf der BA-Homepage zur Verfügung. Die Tabellen zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes werden um die neuen Leistungssätze ergänzt. 

  • Nur durch die Verwendung der aktuellen und vollständig ausgefüllten Vordrucke wird die zügige und reibungslose Erstattung des Kurzarbeitergelds ermöglicht. 

  • Hinweis für Ihr Steuer- und Abrechnungsbüro, sofern beauftragt: Bitte nicht Vorgänge für mehrere Betriebe zusammen versenden, sondern pro Betrieb eine E-Mail / PDF/ Brief mit vollständig ausgefülltem Antrag und ausgefüllter Abrechnungsliste. 

Zur Unterstützung für Sie oder das von Ihnen beauftragte Steuerbüro dient diese  Checkliste für die Beantragung von Kurzarbeitergeld.

Die Übergabe von KUG Anzeigen und Anträgen an die Bundesagentur für Arbeit ist jetzt auch ohne Registrierung online möglich. Hierzu gibt es zwei Zugangswege:

  • Per Kurzarbeit-App
  • Per direktem Hochladen der ausgefüllten Dokumente über den UPLOAD Service der Bundesagentur für Arbeit.

Über beide Zugangswege besteht die Möglichkeit zum direkten Hochladen von KUG-Anzeigen, -Anträgen und Dokumenten. Eine vorherige Anmeldung bei den eServices ist nicht erforderlich. Beide Zugangswege sind hier verlinkt: www.arbeitsagentur.de/m/corona-kurzarbeit.

Falls Sie bereits die alte KUG-App geladen haben, stehen die neuen Funktionalitäten nach der Aktualisierung der App zur Verfügung.

 

Einstellung von Ausgelernten und Auszubildenden während der Kurzarbeit im Betrieb

  • Kurzarbeitergeld kann ohne weiteres auch für Auszubildende gezahlt werden, die nach Abschluss ihrer Berufsausbildung eine versicherungspflichtige (befristete oder unbefristete) Beschäftigung bei demselben oder einem anderen Arbeitgeber aufnehmen.

  • Die Einstellung von Auszubildenden ist auch während der Kurzarbeit zulässig und hat keine Auswirkungen auf die Gewährung von Kurzarbeitergeld für die anderen Beschäftigten im Betrieb.

  • Wenn die neu eingestellten Auszubildenden in die Kurzarbeit einbezogen werden müssen, besteht zunächst ein 6-wöchiger Anspruch auf Fortzahlung der Ausbildungsvergütung (§ 19 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz). Nach Ablauf dieser Frist ist eine Gewährung von Kurzarbeitergeld möglich.

Kurzarbeitergeld und Krankheit des Arbeitnehmers

Hinsichtlich der Entgeltfortzahlung in Zusammenhang mit Kurzarbeitergeld und Krankheit des Arbeitnehmers gilt folgendes:

  • Ist die Erkrankung/Arbeitsunfähigkeit vor Beginn der Kurzarbeit eingetreten, so besteht der Entgeltfortzahlungsanspruch ab dem Zeitpunkt, ab dem im Betrieb verkürzt gearbeitet wird, nur noch für die verkürzte Arbeitszeit. Für die kurzarbeitsbedingten Ausfallstunden wird ein Krankengeld in Höhe des Kurzarbeitergelds bezahlt (§ 47b Abs. 4 SGB V). Nach Ende des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung besteht ausschließlich Anspruch auf Krankengeld nach normaler Berechnung gemäß § 47 SGB V. Maßgeblich ist der letzte abgerechnete Entgeltabrechnungszeitraum vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit).

  • Ist die Erkrankung/Arbeitsunfähigkeit nach Beginn der Kurzarbeit eingetreten, so besteht der Entgeltfortzahlungsanspruch für die verbleibende Arbeitsleistung sowie der Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Nach Ende des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung besteht ausschließlich Anspruch auf Krankengeld, für dessen Berechnung das Arbeitsentgelt zugrunde gelegt wird, das vor der Kurzarbeit erzielt wurde (§ 47b Abs. 3 SGB V).

Kurzarbeit und Urlaub

  • Das Bundesarbeitsgericht hat in seinem Urteil vom 30.11.2021 entschieden, dass, wenn aufgrund von Kurzarbeit einzelne Arbeitstage ausfallen, dies bei der Berechnung des Jahresurlaubs zu berücksichtigen ist. Bisher gab es hierzu keine höchstrichterliche Rechtsprechung.

  • Bei Kurzarbeit Null, wenn also ganze Arbeitstage komplett aufgrund Kurzarbeit ausfallen, dürfen Arbeitgeber den Urlaubsanspruch der Arbeitnehmer nun anteilig kürzen. Damit fällt das Gericht ein Grundsatzurteil und folgt seiner bisherigen Rechtsprechung, dass für Zeiten ohne Arbeitspflicht auch kein Urlaubsanspruch entsteht. So hatte das Gericht in der Vergangenheit bereits in ähnlich gelegenen Fällen entschieden und etwa eine anteilige Kürzung des Urlaubsanspruchs durch den Arbeitgeber in der Elternzeit bestätigt.

  • Die Pressemitteilung zum Urteil können sie hier aufrufen:  Bundesarbeitsgericht 




Ihre Ansprechpartner*innen

Bitte nutzen Sie auch die Möglichkeit, uns eine E-Mail zu schicken. Wir melden uns schnellstmöglich. Vielen Dank! 

Ihre arbeitsrechtlichen Fragen richten Sie bitte gerne an unsere Rechtsberatung:

Petra Heimhold, Assessorin, Telefon  +4930 25903-391
Steffi Reich, Assessorin, Telefon  +4930 25903-350
Christian Staege, Assessor, Telefon  +4930 25903-393
E-Mail  recht@hwk-berlin.de

Ihre betriebswirtschaftlichen Fragen richten Sie bitte an unsere Betriebsberatung:

Telefon  +4930 25903-467
E-Mail  betriebsberatung@hwk-berlin.de

Ihre Fragen zur Ausbildung richten Sie bitte an unsere Ausbildungsberatung:

Telefon  +4930 25903-374 |  +4930 25903-326 |  +4930 25903-340 |  +4930 25903-363
E-Mail  ausbildungsberatung@hwk-berlin.de



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