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Was ist „AAL“?  Antwort: Ein Zukunftsmarkt für das Handwerk!

Mit AAL ist nicht der vom Aussterben bedrohte Edelfisch gemeint, sondern AAL ist das Kürzel für den (wieder einmal) englischen Begriff Ambient Assisted Living. Die sinngemäße deutsche Übersetzung lautet: „Von der Umgebung unterstütztes Leben oder auch Wohnen“.

Was soll ein Handwerker sich nun darunter vorstellen?

In einem modernen Pkw nervt ein Piepton den Fahrer so lange, bis er sich endlich angeschnallt hat. Die Klimaautomatik erspart ihm ständiges Nachregeln an Heizung und Lüftung, um seine Wohlfühltemperatur zu halten. ABS und ESP übernehmen in kritischen Fahrsituationen das Bremsen und die Seitenstabilisierung, ehe er überhaupt bewusst reagieren kann. Abstandssensoren verhindern das zu nahe Auffahren (wenn gewollt…) und erleichtern  das Einparken. Selbst seine persönliche Sitzeinstellung vergisst das Auto nicht, auch wenn Frau und Kinder zwischendurch damit gefahren sind. Sollte es einmal doch noch zu einer Panne kommen, suchen der ADAC-Pannenhelfer oder der Kfz- Mechatroniker heute zuerst die Buchse für den Diagnosestecker ihrer Notebooks…

Dieser Komfort für den Fahrer im Pkw ist durch den Einbau dutzender Computersysteme heute möglich und wird zunehmend selbstverständlich. Der Fahrer wird von seinem Fahrzeug, seiner Umgebung also, umfassend beim Fahren unterstützt und mit Annehmlichkeiten verwöhnt. Dafür ist die Skala nach oben offen: Sensoren können Sekundenschlaf bemerken und warnen, Alkohol in der Atemluft testen und das Auto zwecks Vermeidung des Idiotentests blockieren und noch viel mehr. Betritt der von seinem Auto verwöhnte Fahrer nach der Fahrt sein Haus oder seine Wohnung, muß er heute noch meist wieder selbst handeln: Heizung einstellen, Vorhänge auf- oder zu ziehen, Licht einschalten und so weiter. Verläßt er sein Heim, muß er selbst nachsehen, ob der Herd oder die Kaffeemaschine ausgeschaltet sind, alle Fenster und Türen geschlossen und in allen Räumen das Licht aus ist. Anders als in seinem Auto warnt ihn kein Piepton, sollte er etwas vergessen haben. Hier fehlen einfach die im Auto schon selbstverständlichen Computer….

Nun ist die Idee vom mittels moderner Technik unterstütztem Wohnen nicht so neu, wie es scheinen mag: Bereits Science-Fiction-Autoren der 50er Jahre ließen ihre Helden schon mit Computerhilfe angenehm wohnen. In den 90er Jahren wurde der Begriff „eHome“ gefunden für das „elektronische Heim“, welches alle Annehmlichkeiten für die Zukunft versprach. Allerdings sorgten sehr hohe Kosten und komplizierte Technik dafür, dass die Verbreitung nicht über immer wieder medienwirksam präsentierte Pilotprojekte nicht hinaus kam. Zudem gab es einen weiteren zukunftsträchtigen Anwendungsbereich, der mit dem Begriff „eHome“ nicht abgedeckt wurde: Die Unterstützung von älteren Menschen, damit diese so lange es geht, in ihren Wohnungen selbstbestimmt leben können und nicht in Senioren- oder Pflegeheime umziehen müssen. Die Betreuung von Kranken zu Hause gehört ebenfalls dazu.

Ambient Assisted Living schließt heute daher sowohl den Komfort- als auch den Unterstützungs- und Betreuungsaspekt mittels moderner Technik ein.

Für das Handwerk heißt dies, sich auf die Einführung intelligenter Systeme in die Privathaushalte von Luxuskunden, aber auch von ärmeren alleinstehenden älteren Menschen vorzubereiten und deren Betreuung und Wartung abzusichern. Dafür verfügen die Informationstechniker und Elektroniker bereits über umfassende Kenntnisse, allerdings noch nicht über die technischen Produkte über alle Preisklassen hinweg.

Die Diskussion der Möglichkeiten von AAL für die Gesellschaft und die Gestaltung der für eine flächendeckende Nutzung benötigten Lösungen wird geführt von Entwicklern und Anbietern von Haustechnik, Krankenkassen, Rentenversicherungen, Medizinern und Verbänden und Ministerien. Über die Entwicklung wird die Handwerkskammer Berlin ihre Mitglieder laufend informieren.

Weitere Informationen für Mitglieder der Handwerkskammer Berlin zum Thema AAL
sowie Interessensbekundungen zur Mitwirkung an AAL – Projekten, Informationsveranstaltungen und - Diskussionen erhalten Sie beim
Beauftragten für Information und Technologie (BIT)
Dipl.-Ing. Siegfried Ulrich

 


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