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Weitere Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom zum 1. April 2012 geplant

© Andreas Weber - iStockphoto

Auch wenn die Kritik wächst, schreibt das deutsche Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) seine einmalige Erfolgsgeschichte weiter fort. Seit Jahren sorgt es durch eine Umlage für fast alle Stromverbraucher dafür, dass der Ausbau erneuerbarer Energien aus diesem Geld gefördert wird, was dem Bauherren der jeweiligen Anlage zu Gute kommt. Dadurch sind zum Beispiel viele deutsche Bauern zu Strom-Erzeugern mit Wind- und Solaranlagen geworden. Die vielen neuen Erzeuger verändern immer schneller auch den deutschen Strommarkt.

Mit dem EEG wurde und wird der Ausbau der Windenergie auf dem Festland und in der Nord- und Ostsee gefördert und hat zu Stromerzeugungskosten geführt, die durchaus mit konventionellen Kraftwerken mithalten können.
Auch in der Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie (Photovoltaik, PV) hat die Förderung kombiniert mit einer regelmäßigen Absenkung der Fördersätze für neue Anlagen zu einem weltweit einmaligen Boom in Deutschland geführt. Es ist hier eine Solarindustrie entstanden, die viele zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Der Bau von PV-Anlagen auf deutschen Dächern und Freiflächen hat im deutschen Handwerk zur Sicherung vieler Arbeitsplätze und zu neuen Tätigkeitsfeldern geführt.

Mit dem massiven Eintritt vor allem chinesischer PV-Hersteller sind die Preise für Solarstrom-Module extrem verfallen; der internationale Wettbewerb ist inzwischen beinhart. Profitiert haben davon vor allem die deutschen Investoren, die Anlagen auf ihre Dächer und Scheunen schrauben ließen. So hat der Zubau in den letzten beiden Jahren vor allem im Süden der Republik Ausmaße angenommen, die vorher keiner für möglich hielt. In den letzten beiden Jahren sind Anlagen mit einer Leistung von 7000 MWp Solarstrom ans Netz gegangen, dass entspricht zusammen etwa sechs Atomkraftwerken im Jahr!

So bedroht der Erfolg des Gesetzes seine eigene Zukunft, denn die von allen Stromverbrauchern zu zahlende Umlage steigt. So plant die Bundesregierung bereits zum 1. April 2012 die nächste Preissenkung für PV-Anlagen; diesmal sogar um 20 bis 30 %. Auch wenn eine weitere Senkung der Einspeisevergütung bei den fallenden Anlagenpreisen grundsätzlich berechtigt sein mag, bedroht die fehlende Planbarkeit die Zukunft der Erfolgsgeschichte der Solarenergie in Deutschland und damit auch die Energiewende.
Denn die Preise für selbst erzeugten Strom sinken jetzt unter 20 Cent pro kWh und damit unter die Preise, die Haushalte für ihren Strom bezahlen. Wenn jetzt noch bezahlbare Batteriespeicher auf den Markt kommen, lohnt sich in Zukunft die Nutzung von Solarstrom ganz ohne Zuschuss.

Gerade deshalb ist es so wichtig, die rasante Entwicklung jetzt nicht durch kurzfristige Entscheidungen abzuwürgen und vor allem die Planbarkeit für Investitionen zu erhalten. Deshalb kritisiert das Handwerk die kurzfristigen Entscheidungen zur Absenkung der Tarife. Eine regelmäßige monatliche Absenkung würde extreme Nachfragespitzen in Zukunft vermeiden und trotzdem die Planbarkeit für Investoren erhalten.

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