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3. Liquiditätsplanung

Der Cash flow beschreibt ausschließlich die durch den Betrieb erwirtschafteten flüssigen Finanzmittel. Die Liquidität kann aber ebenfalls durch andere Mittel wie Darlehen, Privateinlagen, Zinserträge etc. erhöht oder gesichert werden. Da die tatsächlich vorhandene betriebliche Liquidität über die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft, die betrags- und termingerechte Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen Ihres Betriebes entscheidet, muß sie sorgfältig geplant sein. Kurzfristige Zahlungsunfähigkeit kann zu erheblichen Problemen mit Gläubigern, bei der Auftragsvorfinanzierung usw. führen, langfristige Zahlungsunfähigkeit führt zur Insolvenz!

Gerade bei der Existenzgründungsplanung wird diesem Aspekt häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Investitionen in Anlagen und Werkzeuge sind zu tätigen, Kredite zu tilgen, Betriebsmittel (Miete, Gehälter, Versicherungen, Material etc.) zu finanzieren, ohne dass in den ersten Wochen oder Monaten nach der Gründung entsprechende Einnahmen in den Betrieb zurück fließen. Bis die ersten Aufträge eingehen, erste Rechnungen gestellt werden können und diese dann auch bezahlt sind, vergeht einige Zeit! Um den Finanzierungsbedarf für diese Anlaufphase zu ermitteln (also den kurzfristigen Kapitalbedarf, s.o.), erstellen Sie einen Liquiditätsplan, der die verfügbaren liquiden Mittel den Ausgaben gegenüberstellt, und zwar einschließlich der für die private Lebensführung erforderlichen Beträge.

LIQUIDITÄTSPLAN







(in Euro)

1. Monat

2. Monat

3. Monat

4. Monat

5. Monat

6. Monat

A: Liquide Mittel







Kassenbestand







Bankguthaben







Überdeckung Vormonat














B: Einnahmen







Umsatzerlöse







Darlehen/sonst. Einnahmen







Privateinzahlungen














A+B = verfügbare Mittel














C: Ausgaben







Materialeinsatz







Wareneinsatz







Fremdleistungen







Bruttolöhne/-gehälter







Personalnebenkosten







Miete/Energie







Instandhalt./Reparat./GWG







Kfz.-Kosten







Versich./Beiträge/Gebühren







Rechts-/Steuerberatung







Werbung/Reisekosten







sonstige Kosten







Zinsen







Tilgung







Steuern







Zwischensumme







Unterdeckung Vormonat







Investitionen







Privatentnahmen







Gesamtausgaben














Über-/(-)Unterdeckung







Ausgleich Kontokorrent














Liquidität






In den meisten Fällen werden in der Anlaufphase die verfügbaren Mittel die Ausgaben nicht abdecken können, eine Unterdeckung wird sich ergeben. Diese sollte über einen Kontokorrentkredit der Hausbank ausgeglichen werden, den Sie entsprechend dem Liquiditätsplan in ausreichender Höhe vor der Existenzgründung beantragen. Warten Sie mit der Beantragung nicht, bis der Bedarf tatsächlich eintritt. Aus der Liquiditätsnot heraus läßt es sich nur schlecht mit der Bank verhandeln! Besser ist eine rechtzeitige Liquiditätsplanung, welche die Liquidität zu jeder Zeit sicherstellt und Ihrer Hausbank den Eindruck vorausschauender kaufmännischer Planung vermittelt

Eine vorausschauende Liquiditätsplanung ist jedoch nicht nur für Existenzgründungen erforderlich, sondern auch für bestehende Betriebe unabdingbar. Zahlungsfähigkeit ist zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten. Die Liquiditätsplanung ist daher als permanente unternehmerische Tätigkeit zu betrachten. Zeichnet sich aus der Planung ein drohender Liquiditätsengpass ab, sollten Sie z.B. überprüfen, ob:

  • die Rechnungsstellung ohne Verzögerungen erfolgt
  • den Kunden zu lange Zahlungsziele eingeräumt werden
  • die Gewährung von Skonto den Zahlungseingang beschleunigt
  • bei größeren Aufträgen Anzahlungen oder Teilzahlungen vereinbart werden können
  • Kredite ausgeschöpft werden können
  • fällige Zahlungen zeitlich verschoben oder gestreckt werden können.

Ebenfalls Bestandteil der Liquiditätsplanung ist die liquiditätsorientierte Verwendung von erwirtschafteten Überschüssen. Vermeiden Sie überhöhte Privatentnahmen oder unnötige Investitionen und verwenden Sie momentane Überschüsse als Liquiditätsreserve.

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