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Friseursalon Birgit Hoge erhält Franz-von-Mendelssohn-Medaille 2011

Pressemitteilung der Handwerkskammer Berlin

Für ihr besonderes soziales Engagement ist heute Friseurmeisterin Birgit Hoge aus Tempelhof mit der Franz-von-Mendelssohn-Medaille geehrt worden. Die Handwerksmeisterin hilft alleinstehenden, älteren und sozial schwächeren Menschen, indem sie nicht nur Hausbesuche anbietet, sondern darüber hinaus Besorgungen und Botengänge erledigt und ihren Friseursalon als Anlaufstelle für einsame Mitbürger anbietet. Weiterhin sammelt Frau Hoge Sachspenden und verteilt diese an bedürftige Personen.

Die Auszeichnung - verbunden mit 5.000 Euro Preisgeld - wurde von Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz und IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer überreicht. Der Gewinner und die Platzierten waren von einer Jury aus Wirtschafts- und Medienvertretern unter rund 50 Bewerbern ermittelt worden. Die Medaille erinnert an den früheren IHK-Präsidenten Franz von Mendelssohn (Amtszeit 1914-1931) und wird seit 2005 vergeben.

Auf den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Platz setzte die Jury das Berlin Marriott Hotel, das mit Kindern backt und kocht und den Erlös aus dem Verkauf an SOS-Kinderdörfer spendet. Das Hotel hilft auch Obdachlosen, indem es ihnen Kleidung und Rucksäcke kostenlos zur Verfügung stellt. Weiterhin bietet das Marriott Angehörigen von Charité-Patienten pro Tag ein kostenfreies Zimmer, wenn sich die Angehörigen die Übernachtung nicht leisten können.

Dritter und mit jeweils 1.000 Euro belohnt wurden die Bplus-Gruppe und die Fresh Line Cosmetics Germany GmbH. Die Bplus-Gruppe hat gemeinsam mit einer Werbeagentur die Initiative "Vergessen ist ansteckend" ins Leben gerufen, die zum Ziel hat, HIV und AIDS wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Die Fresh Line Cosmetics Germany GmbH sammelt Spendengelder für die Kinderkrebsstation des Helios-Klinikums Buch und kooperiert mit einer Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen der RC rehaconslut GmbH.

Zudem vergaben die Juroren einen undotierten Sonderpreis für ein Unternehmenskonzept für Corporate Social Responsibility (CSR). Der Preis ging an das Laserline-Druckzentrum in Berlin-Wedding, das stark in seinem Bezirk verwurzelt ist und sich dort in zahlreichen Aktivitäten und Projekten engagiert.

Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz sagte bei der Preisverleihung, dass der Wettbewerb erneut gezeigt habe, dass sich die Berliner Unternehmerschaft ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sei und diese auf in vorbildlicher Weise wahrnehme. Die Bewerbungen hätten die gesamte Bandbreite Berliner Unternehmen widergespiegelt: Vom Ein-Mann-Betrieb bis zum großen Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern sei alles vertreten gewesen, so Schwarz.

Bürgerschaftliches Engagement habe in Deutschland eine lange Tradition, die Unternehmen hätten sich stets als aktive und solidarische Mitglieder der Gesellschaft erwiesen, betonte IHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer. Allerdings täten sie dies meist ohne großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregen zu wollen und ohne, dass sie ein großes Lob dafür erwarteten. "Die Unternehmen tun Gutes und leisten so einen Beitrag zu gesellschaftlicher Stabilität", sagte Dr. Schweitzer.

Hintergrund:
Franz von Mendelssohn (1865-1935) stammte aus einer bekannten Berliner Unternehmer- und Künstlerfamilie, zu deren Vorfahren auch der Philosoph Moses Mendelssohn gehörte. Er führte viele Jahrzehnte das Bankhaus Mendelssohn & Co, das im 19. und 20. Jahrhundert zu den renommierten Privatbanken in Deutschland zählte. Mendelssohn war Mitglied der Industrie- und Handelskammer zu Berlin seit deren Gründung 1902 und deren Präsident von 1914-1931. In den Jahren 1921-1931, einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, stand Franz von Mendelssohn als Präsident dem Deutschen Industrie- und Handelstag vor. 1925 wurde er zum Vizepräsidenten der Internationalen Handelskammern gewählt, 1931 in Washington zu ihrem Präsidenten. Mendelssohns Wirken für die Allgemeinheit war beispielhaft. Er engagierte sich im Stifterverband der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und gehörte zu den Wegbereitern für die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, der heutigen Max-Planck-Gesellschaft. Er saß sowohl im Förderverein der Preußischen Staatsbibliothek als auch des Kaiser-Friedrich-Museums. Zudem war seine Villa im Grunewald ein beliebter Treffpunkt der Berliner Kulturszene.

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