Aktueller Wertungsstatus

EQ-Offensive läuft weiter

Pressemitteilung der Handwerkskammer Berlin

Betriebliche Praxis statt Warteschleife: die beim Regierenden Bürgermeister unterzeichnete „Berliner Vereinbarung“ vom Januar 2011  legte einen besonderen Fokus auf die betriebliche Einstiegqualifizierung (EQ). Die EQ ist ein 6 bis 12-monatiges Betriebspraktikum mit Berufsschulpflicht, das auf eine anschließende Berufsausbildung angerechnet werden kann. Bundesweit gelingt der Übergang in eine duale Ausbildung in über 60 Prozent der Fälle.

In Folge der Berliner Vereinbarung haben die Agenturen für Arbeit und die Kammern die „EQ-Offensive“ ins Leben gerufen, die zur Jahresmitte an den Start ging. Ziel der Offensive ist es, gerade die jungen Menschen zu unterstützen, die in der Vergangenheit keine Perspektive auf einen Einstieg in eine Ausbildung hatten. Diese werden durch die EQ-Offensive gezielt und individuell auf einen EQ-Platz in einem Betrieb vermittelt. Die erste Bilanz zum 31.10.2011 fällt positiv aus: bereits 100 Jugendliche, die entweder schon länger als ein Jahr eine Ausbildung gesucht haben oder die noch nicht ausbildungsreif sind, konnten auf einen EQ-Platz und einige sogar direkt in eine betriebliche Ausbildung vermittelt werden. Die Partner sind sich daher einig: das ursprünglich bis Ende des Jahres befristete Projekt wird weitergeführt.

Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, führte aus: „Unser Hauptziel bleibt, die Jugendlichen in eine reguläre betriebliche Berufsausbildung zu vermitteln. Ergänzend hierzu hat sich die gemeinsame Initiative insgesamt bewährt. Über die Einstiegsqualifizierung finden zunehmend mehr Jugendliche ihren Weg in eine reguläre betriebliche Ausbildung, insbesondere der Einstieg für Jugendliche mit Benachteiligungen unterschiedlicher Form wird hierdurch unterstützt. Die Initiative geht in die richtige Richtung, wir unterstützen eine Fortsetzung der Aktion.“

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: "Das Ergebnis zeigt aus unserer Sicht sehr klar, dass sich der Aufwand einer persönlichen Vermittlung in EQ lohnt. In den allermeisten Fällen wird die EQ zur Übernahme in eine reguläre duale Ausbildung führen, was den Jugendlichen beste Arbeitsmarktchancen und damit die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben eröffnet. Und für die Betriebe bedeutet es die Chance, trotz der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt engagierte Jugendliche für ihren Fachkräftenachwuchs zu finden. Durch die gute und zielgerichtete Zusammenarbeit von Agenturen, Job-Centern und den Kammern gelingt es, die angebotenen Plätze auch tatsächlich zu besetzen. Auf diese Weise können wir dem Instrument EQ endlich auch in Berlin zum Durchbruch verhelfen."

Margit Haupt-Koopmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit: „Durch die demografische Entwicklung wird es für Unternehmen immer schwieriger, den Fachkräftebedarf von morgen zu decken. Deshalb gilt es, alle Jugendlichen für eine Berufsausbildung zu erreichen, auch diejenigen denen die Top-Noten fehlen. Es zahlt sich für uns alle aus, die versteckten Talente von jungen Menschen zu erkennen, die mit schulischen Schwierigkeiten an den beruflichen Start gehen. Die Einstiegsqualifizierung gibt ihnen durch die praktische Mitarbeit im Unternehmen die Chance, zu zeigen, was sie können. Gleichzeitig können Betriebe motivierte junge Menschen finden und sich so ihren Fachkräftenachwuchs sichern. Ich freue mich deshalb, dass die gemeinsame und erfolgreiche „EQ-Offensive Berlin“ der Kammern, Arbeitsagenturen und Jobcenter fortgesetzt wird.“

Bewerten Sie diesen Artikel:

schlecht mangelhaft gut sehr gut
 

Servicetelefon

 
Impressum | Kontakt | Datenschutz |  Letzte Aktualisierung: 16.05.2012