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Auftakt zum Girls' Day im Deutschen Herzzentrum Berlin: Operation Zukunft für Mädchen

Pressemitteilung der Handwerkskammer Berlin

Warum sollten Mädchen nicht Herzchirurgin, Kardiotechnikerin oder Rettungssanitäterin werden? Noch 29 Tage - dann ist es wieder soweit: Unternehmen, Handwerksbetriebe, Hochschulen und Forschungseinrichtungen öffnen am 14. April 2011 ihre Türen. Schülerinnen der fünften bis zehnten Jahrgangsstufen können sich dann mit der Welt der naturwissenschaftlich-technischen Berufe vertraut machen. Im Wissenschaftsjahr der Gesundheitsforschung haben sie die Gelegenheit, insbesondere Berufe im Bereich der Gesundheit, der Medizintechnik und auch der Biotechnologie sowie der Biomedizin zu entdecken. Harald Wolf, Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, ruft im Deutschen Herzzentrum Berlin gemeinsam mit Prof. Dr. Roland Hetzer, dem Ärztlichen Direktor der Klinik, und der Staatsekretärin für Bildung, Jugend und Familie, Claudia Zinke, zur Beteiligung am elften Girls' Day auf: 

Senator Wolf: "Mit dem Girls' Day wollen wir überkommenen Rollenklischees entgegentreten und Mädchen an vermeintliche 'Männerberufe' heranführen, die gute Verdienst- und Karrieremöglichkeiten, aber auch große Wertschätzung bieten. Die Gesundheitswirtschaft ist in der Hauptstadt eine starke Branche mit guten Wachstums- und Zukunftsperspektiven. Kliniken zählen zu den größten Arbeitgebern in Berlin. Viele Frauen arbeiten dort bereits als Ärztinnen und Krankenschwestern. Dennoch sind bestimmte Bereiche wie die Chirurgie noch deutlich von Männern dominiert, der Frauenanteil liegt bei 21%. Auch bei den Führungspositionen: Frauen in Berlin sind mit 13% bzw. 27% der Chefarzt- und Oberarztposten unterrepräsentiert. Wir brauchen auch angesichts eines drohenden Fachkräftemangels mehr weibliche Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein in den Krankenhäusern und Operationssälen: Anlass für die Arbeitgeber der Gesundheitswirtschaft, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern." 

Das Deutschen Herzzentrum Berlin mit internationaler Bedeutung als Behandlungszentrum für Herz-, Thorax- und Gefäßerkrankungen nimmt schon seit vielen Jahren am Girls' Day teil und begeistert Mädchen für die Berufe, die in der Medizin noch hauptsächlich von Männern gewählt werden. Prof. Dr. Roland Hetzer freut sich über das Interesse und die Neugier der Mädchen und hofft: "dass noch mehr Frauen als Herzchirurginnen, Kardiotechnikerinnen oder IT-Spezialistinnen diese wichtigen Tätigkeiten in Kliniken ausüben. Diese Berufe erfordern ein großes Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Patienten und verlangen hohe soziale Kompetenz, über die gerade Frauen in starkem Maß verfügen und damit auch das männlich dominierte Berufsbild bereichern könnten. Leider aber entscheiden sich zurzeit noch wenige Frauen für diese Berufe, so auch im DHZB. Hier haben wir unter 50 Herzchirurgen nur zwei Herzchirurginnen im OP. Blickt man aber in das Ausland, so ist der zunehmende Trend hin zu Berufen in der Klinik, die bislang als typisch männlich galten, bei Frauen unverkennbar."

Claudia Zinke, Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie, ist sicher, dass das Interesse an einer geschlechtersensiblen Berufsorientierung weiterhin wachsen wird. Knapp 10.000 Schülerinnen haben im vergangenen Jahr am Girls' Day teilgenommen, das sind 12 % der Schülerinnen. Sie ruft die Schulen zu einer stärkeren Unterstützung des Aktionstages auf: "Mit der Einführung der Schulreform bekommen Berufsorientierung und Duales Lernen mehr Gewicht. In diesem Zusammenhang bietet der Girls' Day eine gute Gelegenheit, Mädchen an Berufe heranzuführen, die sie sonst wenig in ihre Berufswahl einbeziehen: Berufe in Naturwissenschaft, Handwerk und Technik. Sie lernen diese in Unternehmen und Betrieben praktisch und vor Ort kennen und schauen auch Frauen in Führungspositionen oder in beruflicher Selbständigkeit über die Schulter."

Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Ulrich Wiegand, ist überzeugt davon, dass der Girls' Day einen positiven Einfluss auf die Einstellungspraxis in den Betrieben und Unternehmen entfaltet: "Es setzt ein Klimawandel ein, Vorurteile und Schwellenängste werden auf beiden Seiten abgebaut. Im Berliner Handwerk steigt der Frauenanteil seit Jahren an - bei den Azubis, aber auch bei den Betriebsinhaberinnen und den Meisterinnen, deren Anteil beispielsweise mittlerweile bei 31,6% liegt."

Der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Christoph von Knobelsdorff: "Junge Frauen werden ermutigt, Berufe in neuen und zukunftsträchtigen Berufen zu wählen und sie erfahren Wertschätzung und Anerkennung. Gleichzeitig werden die Betriebe und Unternehmen dadurch stärker motiviert, sich mit Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auseinanderzusetzen. Das ist insbesondere im Rahmen der demografischen Entwicklung und des prognostizierten Fachkräftemangels nicht nur wünschenswert, sondern notwendig."

Alle Beteiligten - Unternehmen, Schülerinnen, Schulen und Eltern - sind aufgerufen, aktiv am Girls' Day mitzuwirken. Drei Wochen bis zum Girls' Day am 14.04.2011 bieten noch ausreichend Zeit, um eine Veranstaltung im Unternehmen zu planen, einen interessanten Platz auf der Aktionslandkarte www.girlsday-berlin.de zu suchen und den Aktionstag im Unterricht und zu Hause gut vorzubereiten. Informationen und Beratung bietet die Landeskoordinierungsstelle Girls' Day bei LIFE e.V. unter der Telefonnummer: 30 87 98 12.

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